Feuerwehrmänner aus Leidenschaft

dzEhrenabteilung der Feuerwehr

Es gibt Einsätze, die man nie vergisst. „Für mich war das mein allererster Einsatz“, erinnert sich Wolfgang Hupe beim Jahreshauptabschluss der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr.

12.11.2018, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Leben in der Feuerwehr ist nicht nur von positiven Erfahrungen geprägt, trotzdem können sich Wolfgang Hupe und Klaus Schmucker kein anderes vorstellen. Die beiden Männer sind die neuesten Zugänge der Ehrenabteilung.

Der aktive Dienst liegt offiziell hinter Klaus Schmucker und Wolfgang Hupe, nun sind sie Teil der Ehrenabteilung, mit 89 Mitgliedern die größte Abteilung der Feuerwehr in Bergkamen. Beim Jahresabschluss heißt Wehrführer Dietmar Luft die Männer in ihrer neuen Einheit willkommen.

Luft präsentiert auch eine erste Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr zum noch laufenden Jahr. Schnell wird deutlich: Die Feuerwehren sind mit deutlich mehr Einsätzen beschäftigt als noch vor zehn Jahren. So wurde der Löschzug Overberge 101 mal alarmiert, 89 der Einsätze fanden im eigenen Stadtgebiet statt. „Früher lag die Alarmierungszahl bei etwa einem Sechstel“, so Luft. Und es geht noch mehr. In Mitte wurde die Feuerwehr 146 mal alarmiert, in Weddinghofen 150 mal und in Oberaden sogar 155 mal. Auch in Rünthe gab es 95 mal Alarm, Heil kommt auf 36 Alarmierungen. Der Wehrführer weiß: „Die Feuerwehrleute kommen langsam an ihre Belastungsgrenze.“ Und das Jahr ist noch nicht vorüber, erfahrungsgemäß wird es im Dezember noch einmal besonders stressig für die Feuerwehrleute.

Als Wolfgang Hupe, heute 60 Jahre alt, seinen Dienst vor 42 Jahren begann, waren die Einsatzzahlen deutlich geringer. Für Hupe bedeutete die Mitgliedschaft in der Feuerwehr, keinen Dienst an der Waffe leisten zu müssen, erinnert er sich. „Der Wehrdienst war damals noch fast zwei Jahre lang. So konnte ich weiter arbeiten gehen, bei der Bundeswehr wäre das nicht möglich gewesen.“ Das Kameradschaftsgefühl habe ihm zum bleiben bewogen, genauso wie der Impuls, Menschen helfen zu wollen. Gleich sein erster Einsatz bleibt ihm bis heute im Gedächtnis. „Ein Unfall auf der Hansastraße, quasi am ersten Tag meines Dienstes“, berichtet Hupe. „Beide Insassen waren bereits tot, zwei junge Männer.“ Eigentlich sei es ein schöner sonniger Tag gewesen, der Unfall geschah am Mittag. „Diese Mischung aus einem schönen Tag und dem schrecklichen Unfall war ein eigenartiges Gefühl, das mich auch heute noch manchmal einholt.“

Auch für Klaus Schmucker, 62, war die Feuerwehr eine Möglichkeit, dem Wehrdienst zu entkommen. „Außerdem wollte ich nicht in den Schützenverein und auf dem Land blieb nur eine andere Möglichkeit: Die Feuerwehr.“ Schnell wurde die Tätigkeit zur Leidenschaft, die ihn nicht mehr losließ. „Wenn der Melder nachts um drei losgeht und du raus musst, dann weißt du schnell, ob du ein Feuerwehrmann bist oder nicht.“ Auch Schmucker ist ein Einsatz besonders im Gedächtnis geblieben, auch hier keine positive Erfahrung. „Der Jockenhöfer-Brand mit drei toten Kindern am Weihnachtsabend 1995 hat mich sehr bewegt. Bis heute muss ich daran denken.“

Traurig sind die beiden Männer nicht, da sind sie sich einig. Schließlich blieben Kameradschaft und Gemeinschaftsgefühl ja in der Ehrenabteilung erhalten. Auch für Luft ist es das letzte Mal, dass als Wehrführer vor der Truppe steht, nach 40 Jahren im Dienst hängt er den Job im kommenden Jahr an den Nagel. „Abende wie heute werden mir natürlich fehlen“, meint Luft. „Das fällt mir nicht leicht.“

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