Feuerwehr nimmt Wasserzugänge ins Visier

200 Hydranten kontrolliert

Wenn es brennt, benötigt die Feuerwehr vor allem eines: Wasser. Damit das ungestört fließen kann, treffen sich die Feuerwehrleute am Wochenende zur Hydrantenschau.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 11.11.2018, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feuerwehr nimmt Wasserzugänge ins Visier

Ziel der „Hydrantenschau“ ist es, die Funktionstüchtigkeit der Armaturen zu gewährleisten. Außerdem bleiben so die Hydrantenpositionen den Einsatzleuten eher im Gedächtnis, auch das kann im Ernstfall entscheidende Sekunden sparen. © Borys Sarad

Stillgestanden! Augen gerade aus!“ Die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Weddinghofen stehen in Reih und Glied, fertig für den Einsatz. Der ist zwar nicht ganz so spektakulär wie das Antreten der Feuerwehrleute aber trotzdem extrem wichtig. Gemeinsam wollen sie am Samstag rund 200 Hydranten in ihrem Gebiet kontrollieren, mit der Aktion verfolgen die Feuerwehrleute mehrere Ziele.

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Hydrantenschau der Feuerwehr

11.11.2018
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Hydrantenschau der Feuerwehr (v.l. Sven Koch und Tobias Birk)© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr© Borys Sarad
Hydrantenschau der Feuerwehr (v.l. Sven Koch, Tobias Birk und Berthold Boden)© Borys Sarad

Sinne schärfen

Bei einem Alarm treten wir natürlich vorher nicht an“, erklärt der stellvertretende Einheitsführer des Löschzuges Weddinghofen, Ralf Bartsch. „Da zählt jede Sekunde.“ Doch an Tagen wie diesen würden sie dieser Tradition, die schon vor rund 100 Jahren in der Löschgruppe eingeführt wurde, durchaus noch nachkommen. Um Schikane gehe es hier nicht, der Grund für den militärischen Drill sei ein ganz einfacher, so Bartsch: „Es schärft die Sinne für das, was vom Einheitsführer gesagt wird. Außerdem sehen wir so sofort, wie viele Männer wir zur Verfügung haben.“

Vollzählig ist die Löschgruppe noch nicht, das soll sich aber in den kommenden Stunden ändern. Viele der Kameraden wären am Vorabend unterwegs gewesen, berichtet Bartsch. Die würden sie dann während des Einsatzes von Zuhause abholen. Einmal im Jahr machen sich die Feuerwehrleute zur sogenannten „Hydrantenschau“ auf.

Ziel der Aktion ist es, die Funktionstüchtigkeit der Armaturen zu gewährleisten. Denn für Reparaturen haben die Feuerwehrleute im Notfall keine Zeit, auch hier zählen Sekunden. Außerdem bleiben so die Hydrantenpositionen im Gedächtnis, auch das kann im Ernstfall entscheidende Sekunden sparen. Den Einsatz fahren die Feuerwehrleute mit allen vier Einsatzwagen. Eine Karte mit allen Positionen der Hydranten und Fotos von der Situation vor Ort hilft Rettern dabei, sich zurecht zu finden. Auch im Gefahreneinsatz ist jedes Fahrzeug mit einer solchen Liste bestückt.

Feuerwehr nimmt Wasserzugänge ins Visier

200 Hydranten galt es zu prüfen. © Borys Sarad

Unter der Oberfläche

Berthold Boden, Tobias Birk und Sven Koch brechen gemeinsam auf. Weit müssen sie nicht fahren, der erste Hydrant ist nur wenige hundert Meter vom Feuerwehrhaus entfernt. Die meisten der Hydranten auf ihrer Tour sind sogenannte „Unterflur-Hydranten“, das bedeutet, dass der Hydrant unter der Straßenoberfläche liegt. Überflurhydranten, wie man sie zum Beispiel aus den USA kennt, seien in Deutschland seltener, berichtet Boden. „Aber natürlich gibt‘s die auch.“ 48 Kubikmeter pro Minute müssen die Hydranten mindestens leisten, in Industriegebieten können die Anforderungen aber schnell vier bis fünfmal so hoch sein.

Verstopfter Zugang

Nachdem die Abdeckung des Hydranten entfernt ist, öffnen die Feuerwehrleute mit dem Hydrantenschlüssel Schieber und Absperrklappen und setzen das Standrohr auf den Hydrantenkopf auf. Nachdem die Niederschraubventile geöffnet wurden, sollte dann Wasser aus einem der Anschlüsse des Standrohrs strömen. Soweit, so gut, der erste Hydrant funktioniert wie er soll, die Feuerwehrmänner sind zufrieden.

Nachdem das Standrohr wieder entfernt wurde, schauen Bode und seine Kollegen noch, ob auch das Ablaufventil funktioniert. Denn wenn Wasser im Hydranten stehen bleibt, kann das zu Frostschäden führen. Auch das Schild mit der Standortbeschreibung, in diesem Fall an einem Laternenmast angebracht, ist noch da. Von einigen Hydranten müssen die Feuerwehrleute die Finger lassen, so Boden: „Die Endhydranten sind nur für die Entwässerung einer Leitung gedacht. Das muss langsam geschehen, sonst werden Sedimente aufgewirbelt. Dafür sind die Wasserversorger zuständig.“ Im zweiten Hydranten auf ihrer Tour ist der Zugang verstopft. Zwei Flaschen Bier und einige Liköre finden die Feuerwehrleute hier, kein Zufall, wie sich herausstellt. „Wir haben viele Freunde und Unterstützer, die wissen, das wir heute kommen“, erklärt Boden mit einem Lächeln. „Also haben uns einige Leute kleine Überraschungen hinterlegt.“

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