Gasalarm in Rünthe. Wegen eines Lecks in der Gasleitung rückt die Feuerwehr am Dienstagnachmittag zur Urnenstraße aus – als erstes holen die Feuerwehrleute die Menschen aus ihren Häusern.

Bergkamen

, 06.11.2018, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen 14.30 Uhr gibt der Rünther Löschgruppenführer Dirk Kemke Entwarnung: „Die Messungen im ersten Haus haben ergeben, dass dort kein Gas festgestellt wurde.“ Die Anwohner der Urnenstraße müssen aber noch ein wenig hinter den rot-weißen Flatterbändern ausharren, mit denen die Polizei den größten Teil der Straße abgesperrt.

Ungefähr eine Dreiviertelstunde zuvor mussten die Menschen Hals über Kopf ihre Häuser verlassen. Ursache war ein Gasaustritt am Haus mit der Nummer 17. Dort laufen gerade Schachtarbeiten. Dabei wurde offenbar die Leitung beschädigt, die das Haus mit dem Gasnetz verbindet. Ein junger Mann der in dem ausgehobenen Schacht mit Arbeiten beschäftigt ist, hört plötzlich ein lautes Zischen. Dann nimmt er Gasgeruch wahr. Er reagiert genau richtig: „Ich habe die Nachbarn gewarnt und dann die Feuerwehr gerufen“, sagt er, während er hinter der Absperrung auf das Ende des Einsatzes wartet.

Als die Feuerwehrleute aus Rünthe als erste an der Urnenstraße eintreffen, gilt ihre größte Sorge den Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen.

Die Feuerwehrleute holen die, die die noch ihren Häusern sind, heraus und bringen in einem sicheren Abstand von dem Gasleck. Auf beiden Seiten der Urnenstraße sammeln sich etwa ein Dutzend Nachbarn. Einige sind durchaus aufgeregt, aber insgesamt ist die Stimmung doch vergleichsweise ruhig.

Feuerwehr evakuiert Häuser wegen Gasleck

Die Feuerwehrleute hatten die Lage relativ schnell im Griff. Nachdem die GSW die Gasversorgung unterbrochen hatten, war die akute Gefahr gebannt. © Michael Neumann

Problemlose Evakuierung

Das bestätigt auch Kemke. „Die Evakuierung der Häuser ist völlig problemlos verlaufen“, sagt er. „Es gab lediglich einen Anwohner, der schlecht laufen konnte.“ Aber doch auch für ihn findet sich eine Lösung: „Der Mann bekam einen Stuhl und konnte sich setzen.“ Während die Feuerwehrleute die Evakuierung abschließen, rücken bereits Mitarbeiter der Gemeinschaftsstadtwerke an. Sie trennen das betroffene Haus vom Gasnetz. Die unmittelbare Gefahr ist damit beseitigt. Das ist für alle Beteiligten ein Grund, aufzuatmen. Denn die Sache hätte auch wesentlich schlimmer ausgehen können. Bei den Schachtarbeiten werden Bitumenbahnen verlegt. Dafür braucht man einen Brenner. Und weil sich das Leck außerhalb des Hauses befindet, strömt das Gas zudem mit hohem Druck an die Luft. „Der Druckausgleichsregler befindet sich ja im Hausinneren“, sagt Kemke. Deshalb habe bei dem Gasaustritt durchaus eine reelle Gefahr bestanden „Im schlimmsten Fall hätten wir hier eine riesige Stichflamme gehabt.“Als Kemke das sagt, wissen er, Einsatzleiter Edwin Cramer und die übrigen Feuerwehrleute aus Rünthe, Heil, Oberaden und Overberge aber bereits, dass die akute Bedrohung gebannt ist.

Gleichwohl gehen sie auf Nummer sicher und und messen gründlich nach. Direkt neben dem Leck in der Leitung lässt sich schon bald kein Gas mehr feststellen, es hat sich an der frischen Luft verflüchtigt. Aber bevor die Feuerwehr die Häuser wieder freigibt, untersucht sie die Innenräume ebenfalls. Zum Glück müssen sie dafür keine Türen aufbrechen, weil überall jemand zu Hause war, der die Tür mit dem Schlüssel öffnen kann.

Ungefähr eine Stunde, nachdem der Feuerwehreinsatz und der aufregende Nachmittag für die Anwohner begann, rollen Polizeibeamte das Flatterband ein und geben die Straße wieder frei. Die Feuerwehrleute packen ihre Ausrüstung ein und rücken ab, die Menschen sind froh, dass sie wieder in ihre Häuser können.

Feuerwehr evakuiert Häuser wegen Gasleck

Nur Einsatzkräfte durften den mit Flatterband abgesperrten Bereich betreten. © Johannes Brüne

Haus ist derzeit unbewohnt

Dort müssen sie nicht einmal auf die Gasversorgung verzichten. Das GSW-Netz in der Urnenstraße ist so konstruiert, dass sich allein das Haus Nummer 17 von der Leitung trennen lässt. Bereits während noch die letzten Feuerwehrleute vor Ort sind, inspiziert ein GSW-Mitarbeiter die defekte Leitung. „Wir müssen dort jetzt eine neue Einführung installieren, die das Haus mit dem Netz verbindet“, berichtet die GSW-Pressesprecherin Mandy Bayer später. So lange kann das Haus nicht mit Gas versorgt werden. Das allerdings stellt kein großes Problem dar. „Das Haus wird gerade saniert“, hat Bayer in Erfahrung gebracht. „Deshalb ist es derzeit unbewohnt.“

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