Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Qualität hat ihren Preis

Die Erweiterung des Zerlegebetriebs auf der Ökologiestation ist nahezu abgeschlossen. Die neuen Betriebsräume machen vieles leichter - auch die Arbeitsbedingungen wurden weiter verbessert.

von Werner Wiggermann

Heil

, 13.09.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Fachlich hochwertige Verarbeitung ist selbstverständlich im Zerlegebetrieb auf der Ökostation. © Stefan Milk

Westfälische Salami (aus Schweinefleisch) ist hinlänglich bekannt - Bergkamener Salami (vom Lamm) noch nicht so richtig. Was sich bald ändern könnte. Mit seiner qualitativen und quantitativen Erweiterung ist der Zerlegebetrieb der Biofleisch-Genossenschaft an der Ökologiestation auch in die Produktion hochwertiger Wurstwaren noch besser geworden. Besonders hochwertiger natürlich, betont der stellvertretende Geschäftsführer Andreas Sperber.

„Wir versuchen immer wieder neue Wege zu gehen, um die Produkte zu verbessern“, versichert Sperber. Statt Pökelsalz beispielsweise Konzentrat aus biologisch angebautem Gemüse zu verwenden. Wobei die genauen Rezepturen natürlich geheim bleibt, wie Geschäftsführer Christoph Dahlmann lächelnd ergänzt.

Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Rund 400 Bio-Schweine, die in Unna geschlachtet werden, verarbeitet der Bergkamener Zerlegebetrieb in der Woche. © Stefan Milk




Verpackung demnächst auch für SB-Regale

Beiden, Dahlmann wie Sperber, ist der Stolz auf die neuen Möglichkeiten anzusehen, die der jetzt fertig gestellte Ausbau bietet. Der deutlich erweiterte Platz kommt unter anderem der Wurstproduktion zugute. In Vorbereitung ist außerdem, Fleischwaren für Selbstbedienungs-Regale fertig zu verpacken und so auszuliefern.

Knapp 40 Fachleute arbeiten jetzt hier, zehn weitere sollen im nächsten Jahr eingestellt werden. Motivierte junge Menschen sind in der Ausbildung - „gern würden wir noch mehr einstellen“, versichert Dahlmanns Vorgänger Hugo Gödde, der als Projektleiter und Berater gern noch halbtags bei der Gestaltung des Wachstums hilft. Es sei aber nicht einfach, junge Leute für diesen Beruf zu begeistern - zumal auch in anderen handwerklichen Berufen die Nachfrage das Angebot übersteige.

Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Andreas Sperber (links) und Christoph Dahlmann präsentieren die erweiterten Möglichkeiten im Wurstbereich - und natürlich die Bergkamener Lammsalami. © Werner Wiggermann


Hoch attraktive Arbeitsplätze

Für einen Arbeitsplatz im Zerlegebetrieb spräche allerdings einiges. Jetzt noch mehr als vor der Erweiterung. Ein gepflegtes Betriebsklima zum Beispiel, großzügige und helle Sozialräume - vor allem aber Arbeitsbedingungen, die mit denen in Großschlachtereien herzlich wenig zu tun haben. „Es gibt keine Werksarbeiter und keine Leiharbeiter; wir zahlen Tarif, sogar über Tarif“, versichert Hugo Gödde.

Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Die Außenfassade der Zerlegebetriebes an der Zufahrt zur Öko-Station. © Werner Wiggermann

Guter Lohn für gute Arbeit? Qualität hat ihren Preis. Das gilt im Zerlegebetrieb eben auch für die Arbeit. Wie für die Produkte: Die Tiere stammen von Betrieben aus biologischem Anbau. Weil dies deutlich aufwendiger ist als Produktion mit Massentierhaltung, ist es verständlicherweise teurer. Aber immer mehr Menschen erkennen die Vorzüge verantwortungsvoll produzierter Fleisch- und Wurstwaren. Weil die Nachfrage deutlich gestiegen ist, musste der Zerlegebtrieb erweitert werden. Jetzt lassen sich Räume und Maschinen effektiver nutzen. Ein wenig trägt das vielleicht dazu bei, die Spanne zwischen „Biofleisch“ und Fleisch aus der Massentierhaltung zu verringern. Wirklich gleichziehen könne man aber sicher nicht, erläutert Gödde.

Feine Wurst- und Fleischwaren aus Bergkamen wurden immer beliebter

Der Anbau der Biofleisch-Genossenschaft ist fertig und wird offiziell am Montag, 16. September, eröffnet © Werner Wiggermann


Verbraucher entscheiden über die Zukunft

Es wird also auf bewusste Verbraucherentscheidungen ankommen, wenn der Bio-Sektor weiter Boden gutmachen soll. Mit positiven Folgen für Tierwohl und Klimaentwicklung. Vielleicht tragen die „Geheimrezepte“ aus Bergkamen ein wenig dazu bei, die Qualität noch mehr Menschen schmackhaft zu machen.

Direkt vermarkten wird die Biofleisch-Genossenschaft ihre Waren übrigens aber auch künftig nicht. „Wir wollen unseren Vertriebspartnern in der Region nicht unnötig Konkurrenz machen“, begründet Hugo Gödde. Auch dies sei ein Teil gelebter regionaler Verantwortung.

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