Familienpaten in Bergkamen haben jetzt auch einen „Leihopa“

dzHilfe für Familien

Ehrenamtliche Familienpaten unterstützen Familien in Bergkamen in der Kinderbetreuung. Der Bedarf ist groß. Einer der neuen Paten bringt eine ganz besondere Eigenschaft mit.

Bergkamen

, 08.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus Bennemann ist eine Ausnahmeerscheinung. Er hat 2019 eine Schulung zum Familienpaten absolviert. Das allerdings haben etliche ehrenamtlich engagierte Menschen getan, seitdem das Familienpaten-Projekt in Bergkamen vor acht Jahren begonnen hat – aber die überwiegende Mehrheit waren Frauen.

Klaus Bennemann freut sich schon darauf, als „Leihopa“ aktiv zu werden. Ihn gibt es allerdings nur im Doppelpack.

Familienpaten in Bergkamen haben jetzt auch einen „Leihopa“

Erika Haller und Klaus Bennemann stehen als „Leihoma“ und „Leihopa“ bereit. Die neuen Familienpaten haben im vergangenen Jahr ihre Schulung durchlaufen. Bei einem Treffen im Pestalozzihaus erhielten sie zudem Praxis-Tipps von erfahrenen Patinnen. © Marcel Drawe

Er hat die Familienpatenschulung gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika Haller besucht. Und das Paar will nach Möglichkeit auch gemeinsam eine Familie betreuen.

Der Bedarf für Familienpaten ist groß

Cordula Plancke vom Verein Familiäre Tagesbetreuung begrüßt diese Kombination. Sie koordiniert die Arbeit der Familienpaten. So weiß sie, dass sich manche Familien diese Helfer wünschen, weil sie keine Großeltern mehr haben oder Oma und Opa sehr weit weg wohnen.

Familienpaten in Bergkamen haben jetzt auch einen „Leihopa“

Kordula Plancke (r.) vom Verein Familiäre Kindertagesbetreuung stimmt Maren Lukas auf ihre neuen Aufgaben ein. © Marcel Drawe

Um welche Kinder sich Bennemann und Halle kümmern werden, wissen sie noch nicht, Aber sie werden bald eine Familie kennenlernen. Denn der Bedarf ist groß. „Auf unserer Warteliste stehen ungefähr zehn Familien“, sagt Plancke. Sie kann allerdings nicht alle Wünsche erfüllen. Aktuell sind zehn Paten bereits im Einsatz. Dank der Schulung im vergangenen Jahr stehen fünf weitere bereit, die möglichst noch im Januar „ihre Familien“ kennenlernen werden.

Die Chemie zwischen Paten und Famlien muss stimmen

Plancke hat zuvor geschaut, wer zu wem passen könnte. „Beim ersten Treffen sind wir dabei“, sagt sie. Auch später stehen die Vereins-Helferinnen bereit, falls es zu Schwierigkeiten zwischen den Paten und ihren Familien kommen sollte.

„Die Chemie muss stimmen“, meint auch Neupate Bennemann.

Bei Ingeborg Weitkunert stimmt sie. Die Kamenerin engagiert sich seit drei Jahren als Familienpatin. Und seit drei Jahren betreut sie die selbe Familie in Oberaden. Als sie anfing, gab es dort zwei Mädchen, die inzwischen sieben und fünf Jahre alt sind. Inzwischen gibt es noch eine einjährige Tochter, die schon während Weitkunerts Patenzeit geboren wurde. Ein bis zwei Mal pro Woche geht sie in „ihre Familie“ – für mindestens zwei Stunden. „Ich nehme mir gerne Zeit für die Kinder“, sagt sie.

Kontakt

Neue Familienpaten gesucht

  • Wer sich über das Projekt Familienpaten informieren will, kann sich an die Familiäre Kindertagesbetreuung in Bergkamen an der Töddinghauser Straße wenden.
  • Ansprechpartnerinnen sind Simone Pelzer und Kordula Plancke. Sie sind unter Tel. (02307) 280633 oder Tel. (02307) 9169767 zu erreichen oder via E-Mail an buero@famkitabe.de

Paten dürfen sich nicht in die Erziehung einmischen

Aber sie kennt auch ihre Grenzen als Familienpatin: „Man darf sich nicht in die Erziehung einmischen“, sagt sie. Diese und andere Erfahrungen gibt sie gerne an die neuen Paten weiter. Zu diesem Zweck hat Plancke eigens ein Treffen im Pestalozzihaus organisiert.

Zu dem ist auch Astrid Rohrich gekommen. Die Bergkamenerin ist vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen und will sich nun ehrenamtlich engagieren. Für ihre neuen Aufgaben fühlt sie sich gut gerüstet. Nicht nur, weil sie selbst einen inzwischen erwachsenen Sohn großgezogen hat. Auch die Patenschulung fand sie hilfreich. Zum Beispiel die Erste Hilfe am Kind, die alle angehenden Paten erlernen. „Das war sehr interessant“.

Die Paten müssen auch Nein sagen können

Das sieht auch der Leihopa Klaus Bennemann so. Zumal seine letzte Erste-Hilfe-Schulung schon etwas länger zurückliegt. Bei der Schulung haben die Paten haben sich auch mit rechtlichen Dingen beschäftigt. Und mit der Frage, wie sich eine Überlastung der Ehrenamtlichen verhindern lässt: „Wir haben gelernt, Nein zu sagen“, meint Erika Haller. Denn auch das müssen Leihomas und Leihopas gelegentlich tun.

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