Etwa 450 Bergkamener Kinder kommen in einem Jahr auf die Welt. Für die drei Frauen im Familienbüro gibt es reichlich zu tun. Sie stehen auch werdenden Müttern zur Seite.

Bergkamen

, 15.01.2020, 15:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Bilderbuch, ein kleiner Greifling, ein Zahnputzbecher, ein Traubenkernkissen und viele viele Informationen rund um das Thema Familie. Das alles ist in der Tasche enthalten, die das Familienbüro Bergkamen frisch gebackenen Eltern überreicht. Außerdem befinden sich in dem Beutel noch Elternbriefe für jeden Monat.

Die drei Mitarbeiterinnen im Familienbüro packen die Taschen liebevoll und bringen sie persönlich vorbei. Meist übernimmt Claudia Schweden diese Aufgabe.

Sie benachrichtigt die Eltern vorab über das freiwillige Angebot und kommt vorbei, wenn die Familien das möchten. Gemeinsam geht sie mit den Eltern den Inhalt der Tasche durch und überreicht auch einen Gutschein für einen Elternstartkurs. Ihn bietet das Familienbüro kostenlos in mehreren Stadtteilen an.

Das Familienbüro Bergkamen ist eine Anlaufstelle für alle familiären Anliegen

Doch freilich gibt es nicht nur Kurse und Flyer im Familienbüro, sondern auch persönliche Beratung. Immer dienstags und donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr ist das Familienbüro in Raum 208 im Rathaus Bergkamen besetzt.

Willkommen sind dort Schwangere, frischgebackene Eltern und Familien, die Beratungsbedarf haben – vorbeikommen darf also eigentlich jeder. In einigen Fragen helfen die drei Mitarbeiterinnen Claudia Schweden, Jutta Brüggenthies und Barbara Billhardt direkt weiter, wo nötig, vermitteln sie. Manchmal geben sie Fälle zum Beispiel an den Allgemeinen Sozialen Dienst weiter.

Drei Engel für Bergkamener Eltern: Das Familienbüro bewältigt über 400 Geburten im Jahr

Nicht nur Familien suchen das Familienbüro in Bergkamen auf, sondern auch werdende Mütter. Sie müssen schon vor der Geburt viel beachten und anmelden. Das Familienbüro hilft dabei. © picture alliance / dpa

Typische Anliegen, mit denen Bergkamener zu den drei Frauen kommen, sind Sorgerechtsregelungen oder Vaterschaftsanerkennungen. Schwangere kommen vorbei, weil sich darüber informieren möchten, was sie wann anmelden und beantragen müssen. Elternsein ist mitunter ganz schön kompliziert, da kommt es vielen Familien gelegen, dass im Rathaus drei Menschen sitzen, die den Überblick bewahren.

Barbara Billhardt kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit

Jede der drei Frauen hat Schwerpunkte, sie ergänzen sich aber im Team. Während Schweden die meisten Hausbesuche macht und vorbereitet, ist Barbara Billhardt vorwiegend für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie hat engen Kontakt zum Familientreff im Pestalozzihaus, mit dem das Familienbüro eng zusammenarbeitet.

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Dort finden auch die Elternstartkurse statt. Und wenn einmal kein Kursleiter gefunden wird oder ausfällt, dann kann sie neuerdings auch einspringen. Dafür hat sie jüngst eine Zusatzausbildung absolviert. Billhardt ist seit Herbst 2018 im Team und hat einige Aufgaben von Sonja Werner übernommen, die im Mai vergangenen Jahres verabschiedet wurde. Werner hatte das Familienbüro im Jahr 2008 mit aufgebaut.

Jutta Brüggenthies vermittelt Kinderhebammen

Mittlerweile ist es eine feste Anlaufstelle für Familien – auch wenn es etwa um Familienhebammen und Kinderkrankenschwestern geht. Bei der Suche und Beantragung ist Jutta Brüggenthies die richtige Ansprechpartnerin. Sie steht auch in Kontakt zu Kliniken. Sie wenden sich an das Familienbüro, wenn eine längere Betreuungszeit als die durch die Krankenkasse bezahlte Hebamme, notwendig ist.

Brüggenthies ist außerdem ausgebildete Kinderschutzfachkraft. Sie nimmt regelmäßig an Arbeitskreisen teil und berät Außenstehende, die Fragen zum Kinderschutz haben – etwa Busfahrer, denen auffällt, dass ein Kind ständig blaue Flecken hat. Oder den Schwimmlehrer, der immer wieder feststellt, dass ein Kind Verletzungen hat, und sich Beratung wünscht.

Drei Engel für Bergkamener Eltern: Das Familienbüro bewältigt über 400 Geburten im Jahr

Roland Schäfer, Thomas Hartl, Matthias Kollmann und Martina Bierkämper (v.l.) verabschieden sich von Sonja Werner. Sie hat das Familienbüro in Bergkamen im Jahr 2008 mit aufgebaut. Im Mai 2019 ging sie in den Ruhestand. © Archiv

Nicht immer liege in solchen Fällen auch eine Kindeswohlgefährdung vor, betont Brüggenthies. Manchmal helfe schon ein Anruf bei der Schule, der dann eröffnet, dass das Kind vielleicht im Judoverein ist. Dass die Sensibilität für das Thema aber gewachsen ist, sei gut. Vor allem der Soziale Dienst spüre, dass mehr Menschen darauf achten und anrufen. Vor allem dort rufen die Bergkamener an, wenn sie Kindeswohlgefährdung vermuten.

Das Familienbüro wird personell aufgestockt

Genug zu tun haben Brüggenthies und ihre Kolleginnen dennoch. Das liegt auch an der steigenden Geburtenrate. „Früher haben wir mit einem Kind pro Tag gerechnet. Über die letzten Jahre sind es mittlerweile stetig über 400 Kinder“, erzählt Brüggenthies.

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Zudem fiel im Mai 2019 mit Sonja Werner eine wichtige Kraft weg. Unterstützung ist aber in Sicht. „Es soll personelle Verstärkung geben“, sagt Jugendamtsleiter Ludger Kortendiek. Der Ausschreibungsentwurf ist schon auf dem Weg in die Personalabteilung und in diesem oder nächsten Monat geht die interne Ausschreibung raus.

Wie die drei aktuellen Stellen soll auch die neue eine Teilzeitstelle sein. Wenn die Bergkamener im kommenden Jahr also noch mehr Kinder bekommen wollen, dann ist das Familienbüro im Rathaus dafür gewappnet.

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Sonja Werner ist seit 1981 Sozialarbeitern bei der Stadt Bergkamen – im Jugendamt, Sozialamt und zuletzt im Familienbüro. Nachdem sie viele Menschen unterstützt hat, ist nun sie selbst dran. Von Claudia Pott

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