„Familienaktivist“ kommt zum Gespräch – und schon droht neuer Streit mit der Stadt

dzInobhutnahme

Jetzt kommt der selbsternannte Familienaktivist Johannes H. Schumacher doch nach Bergkamen. Bürgermeister Roland Schäfer will mit ihm und einer Mutter reden. Er stellt jedoch Bedingungen.

Bergkamen

, 27.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der selbsternannte „Familienaktivist“ Johannes H. Schumacher wird jetzt doch bei der Stadt Bergkamen vorstellig. Wie Bürgermeister Roland Schäfer bestätigte, hat er für den kommenden Mittwoch, 5. März, einen Gesprächstermin mit einer Mutter vereinbart, deren Kind das Jugendamt in Obhut genommen hat. Schumacher sei als „Beistand“ der Mutter zu dem Gespräch zugelassen.

Aktivist geht von „rundem Tisch“ aus, Stadt von Einzelgespräch

Offenbar hat der Aktivist aus Wassenberg am Niederrhein jedoch andere Vorstellungen von dem Gespräch als Schäfer. Er kündigt auf seiner Facebook-Seite an, dass er mit „vier weiteren Familien“ zu dem Gespräch kommen will. Er geht offenbar davon aus, dass es sich um eine Art „runden Tisch“ mit der Stadt handelt. Betroffene von anderen Jugendämtern in der Region seien auch willkommen, kündigt er an.

Jetzt lesen

Das sieht Schäfer völlig anders. Er werde nur ein Gespräch mit der betroffenen Mutter und Schumacher als ihrem Beistand führen, sagte er – anders sei es schon aus Datenschutzgründen nicht möglich. „Wenn mehr Teilnehmer kommen, ist das Gespräch sofort beendet“, drohte er an. Schumacher sei es aber unbenommen vor dem Rathaus zu demonstrieren, so Schäfer.

Er machte deutlich, dass er sich nur aus gutem Willen auf ein weiteres Gespräch mit der Mutter einlasse. Die Frau habe zuvor zwei Gesprächstermine, die sie mit ihm gehabt habe, platzen lassen.

Jugendamt sieht „massive Kindeswohlgefährdung“

Bei der Auseinandersetzung geht es um einen elf Jahre alten Jungen, den das Bergkamener Jugendamt seiner Mutter weggenommen hatte. Das Jugendamt geht von einer massiven Kindeswohlgefährdung aus, wenn der Junge weiter in der Obhut seiner Mutter bleibt. Mittlerweile beschäftigt sich das Familiengericht mit dem Fall. Damit sei das Jugendamt auch nicht mehr die Stelle, die in diesem Fall entscheide, sagte Schäfer. „Das ist jetzt Sache des Gerichts.“

Jetzt lesen

Schumacher hatte das Bergkamener Jugendamt wegen der sogenannten Inobhutnahme schon vor einigen Wochen massiv angegriffen.

Wie seine Facebook-Seite zeigt, ist das Bergkamener Jugendamt nicht die einzige Institution, die er angreift. Auf der Seite finden sich Einträge, die Jugendämter quer durch die Republik, in Österreich und der Schweiz betreffen.

Schumacher bezeichnet sich selbst als „Freier Journalist“ und nach Angaben der Stadt auch als „Familienaktivist einer Kinderschutzbewegung“ und als „christlicher Beistand“.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Haus-Aden-Gelände
Lkw-Flut auf der Rotherbachstraße und die Rampe an der Jahnstraße ist noch nicht fertig