Jugendamt nimmt Kind von der Mutter weg: Jetzt droht Ärger mit einem Aktivisten

dzKindeswohl

Das Bergkamener Jugendamt hat einen Elfjährigen wegen „massiver Gefährdung des Kindeswohls“ von seiner Mutter weggenommen. Jetzt droht Ärger mit einem selbst ernannten „Familienaktivisten“.

Bergkamen

, 09.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadt Bergkamen droht Ärger, weil das Jugendamt einen Elfjährigen von seiner Mutter getrennt hat. Ein Mann namens Johannes H. Schumacher droht mit Aktionen, weil er die Wegnahme des Kindes für nicht gerechtfertigt hält. Schumacher bezeichnet sich selbst als „Freier Journalist“ und nach Angaben der Stadt auch als „Familienaktivist einer Kinderschutzbewegung“ und als „christlicher Beistand“.

Inobhutnahme ist laut Bürgermeister „das letzte Mittel“

Wie Bürgermeister Roland Schäfer in einem Gespräch versicherte, ist das Herausnehmen eines Kindes aus der Familie für das Jugendamt das letzte Mittel. Offenbar hat das Jugendamt schon seit einigen Jahren mit der alleinerziehenden Frau zu tun, seit sie aus einer Großstadt in der Nähe nach Bergkamen zuzog. Mittlerweile sei das Jugendamt zu dem Schluss gekommen, dass eine „massive Gefährdung des Kindeswohls“ vorliegt und habe sich entschlossen, den Jungen von der Mutter wegzunehmen. Diese Maßnahme traf die Stadt bereits im vergangenen Jahr.

In der kommenden Woche befasst sich auch das Familiengericht mit der Angelegenheit. In der dann anberaumten Verhandlung geht es darum, ob der Mutter das Sorgerecht für den Jungen auf Dauer entzogen werden soll.

Schumacher sieht den Fall offenbar völlig anders. Auf seiner Facebook-Seite prangert er die Inobhutnahme an und kündigt an, persönlich nach Bergkamen kommen zu wollen. Mit dabei sollen außer der Mutter des Elfjährigen auch sechs weitere Mütter sein, die von Maßnahmen des Bergkamener Jugendamtes betroffen sind.

Aktivist kündigt „Besuch“ im Rathaus an

Wegen der Verhandlung und des zu erwartenden Urteils des Familiengerichts verschob er seinen „Besuch“ im Bergkamener Rathaus um eine Woche auf Mittwoch, 22. Januar. Nach Angaben des Bürgermeisters ist es unklar, um welche weiteren sechs Frauen es gehen könnte. Nach seinen Angaben gibt es keine entsprechenden Fälle einer Inobhutnahme durch das Jugendamt.

Wie er sagte, habe er auch mindestens zwei Gesprächstermine mit der Mutter wegen der sogenannten „Inobhutnahme“ ihres Kindes und ihrem Wunsch, den Jugend zurückzubekommen, gehabt. Zu dem einen Termin sei sie erst mit einer Stunde Verspätung erschienen, als er schon zu einem anderen Termin weg war. Beim zweiten Mal sei sie gar nicht gekommen.

Offenbar ist Schumacher nicht nur in Bergkamen aktiv. Auf seiner Facebook-Seite finden sich Einträge, die Jugendämter quer durch die halbe Republik betreffen.

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