Falsche Polizisten: Kripo weitet „unerbittlichen Kampf“ gegen Betrugsmasche aus

dzAktion in Pflegeheimen

Falsche Polizisten übertölpeln vorwiegend Senioren am Telefon: Diese dreiste Betrugsmasche wollen die echten Polizeibeamten verstärkt durchkreuzen. Ihre Helfer dabei: ebenfalls Senioren.

Kreis Unna, Fröndenberg

, 28.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Perfider als der Enkeltrick ist die Masche mit den falschen Polizisten: Die Vertrauensseligkeit vor allem älterer Menschen nutzen Betrüger bei Telefonanrufen skrupellos aus. Die Kripo geht jetzt in die Offensive.

»Die Ehrenamtlichen ermöglichen uns, bei der Prävention noch effektiver zu arbeiten.«
Andreas Engel, Erster Kriminalhauptkommissar

Das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Unna setzt dabei auf die ehrenamtlichen Mitarbeitern des Seniorenkonzeptes „Senioren helfen Senioren“ (ShS).

Die Helfer im Rentenalter unterstützen als geschulte Freiwillige bei Vorbeugemaßnahmen und werden von der Polizei meist dann eingesetzt, wenn eine persönliche Ansprache an potenzielle Opfer aus der älteren Generation gefragt ist.

Bei Präventionsaktion nicht eingesetzt

Jürgen Malchus, seit vielen Jahren in Fröndenberg für das ShS-Projekt aktiv, hatte in diesen Tagen noch kritisiert, dass zuletzt bei einer Präventionsaktion in Werne die Seniorenberater nicht eingesetzt worden seien.

Betrüger hatten zuvor in Werne mehrere zehntausend Euro erbeutet, indem sie sich als falsche Polzisten und Enkel ausgaben. Die Seniorenberater hatten vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem LKA in Düsseldorf eine große Plakataktion für den Kreis Unna durchgeführt, die genau über diesen Straftatbestand informiert und gewarnt hatte.

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„Wir als ausgebildete Mitarbeiter und auch das zuständige Kommissariat sind im Vorfeld zu dieser Aktion überhaupt nicht angesprochen bzw. informiert worden. Das negative Ergebnis ist offensichtlich“, kritisiert Jürgen Malchus.

Die Kreispolizeibehörde glättet nun die Wogen. „Im direkten Schulterschluss“ mit den Ehrenamtlichen wolle man „den unerbittlichen Kampf gegen die betrügerischen Machenschaften der sogenannten falschen Polizeibeamten noch weiter ausweiten“, teilt Polizei-Pressesprecher Christian Stein auf Anfrage mit.

Jürgen Malchus, Seniorenberater der Polizei, hat in der Vergangenheit schon häufiger über die Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter“ informiert, zum Beispiel im Allee-Café (hier mit Leiterin Sabine Banaczak).

Jürgen Malchus, Seniorenberater der Polizei, hat in der Vergangenheit schon häufiger über die Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter“ informiert, zum Beispiel im Allee-Café (hier mit Leiterin Sabine Banaczak). © Archiv/ Marcus Land

Hierzu sollen in den nächsten Tagen alle ambulanten Pflegedienste durch die ShS-Senioren aufgesucht und mit Informationsmaterial ausgestattet werden.

„Wir sind froh, dass wir diese ehrenamtlichen Helfer haben, die uns flächendeckend die Möglichkeit bieten, im Bereich der Prävention noch effektiver arbeiten zu können“, erklärt Erster Kriminalhauptkommissar Andreas Engel, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität.

Pflegebedürftige häufig Opfer der Masche

Die Präventionshinweise der Kripos sollen künftig direkt in die Haushalte der potenziell betroffenen und häufig auch pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger des Kreises gebracht werden.

Das verteilte Info-Material soll zudem Angehörige anregen, im Kreis der Familie auf die mögliche Kontaktaufnahme falscher Polizeibeamter hinzuweisen, um einen Vermögensschaden zu verhindern. Gleichzeitig sollen Absprachen getroffen werden, wie sich Betroffene im Falle eines Anrufes eines vermeintlichen Polizeibeamten verhalten sollten.

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