Der Bergkamener Busbahnhof ist zwar noch relativ neu, aber nicht für Menschen mit Behinderungen ausgelegt. © Stefan Milk (Archiv)
Barrierefreier Umbau

Fahrplan zum Tasten und Ansage-Säule für den Bergkamener Busbahnhof

Der Bergkamener Busbahnhof ist zwar noch recht neu, stellt aber Menschen mit Behinderungen vor viele Probleme. Spätestens Ende des Jahres sollen auch sie problemlos den Bus nehmen können.

Menschen mit Behinderungen sollen es spätestens ab Ende des Jahres einfacher haben, mit dem Bus vom Bergkamener Busbahnhof zu starten. Die Stadt will die Detailplanung für den barrierefreien Umbau demnächst ausschreiben. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – so wie viele der Bushaltestellen im Stadtgebiet.

Der Busbahnhof ist das größte und wichtigste Projekt

Die Stadt ist dazu gezwungen: Das neue Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) sieht vor, dass der gesamte Öffentliche Personennahverkehr bis zum 1. Januar 2022 barrierefrei sein soll. Die Stadt hat auch schon viele Bushaltestellen barrierefrei umgebaut – zum Beispiel an der Schulstraße und an der Rünther Straße. Insgesamt sollen bis zum Ende des Jahres 75 Haltestellen in Bergkamen umgebaut sein. Der Busbahnhof ist das größte und wichtigste Projekt.

Durch den barrierefreien Umbau des Busbahnhofs sollen sich vor allem Sehbehinderte besser am Busbahnhof zurechtfinden. Die Stadt plant, sogenannte taktile Elemente ins Pflaster einzulassen – Platten mit Rillen- oder Noppenprofil – an denen sich Sehbehinderte mit dem Taststock entlang tasten können.

Das Muster der Platten zeigt ihnen an, welchen Weg sie nehmen müssen, aber auch, wo es beispielsweise eine Überquerung über eine Straße gibt.

Frank Vehlow, der Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins am Bergkamener Busbahnhof – in Vor-Corona-Zeiten noch ohne Maske. Bisher ist es für ihn schwer, sich mit dem Taststock zu orientieren. © Stefan Milk (Archiv) © Stefan Milk (Archiv)

Auf dem Busbahnhof sollen die Orientierungsplatten von Osten nach Westen und von Norden nach Süden verlaufen. Am Schnittpunkt der Platten soll es einen Fahrplan geben, der sich ertasten lässt, und eine Akustiksäule. Dort sollen Sehbehinderte auf Anforderung Auskunft bekommen – zum Beispiel über Abfahrtszeiten oder den Bussteig, an dem der Bus abfährt.

Umbaukosten von rund 250.000 Euro

Nicht nur der Busbahnhof soll barrierefrei ausgestattet werden, sondern auch die Umgebung. Die Fußgängerüberwege am Rathaus-Kreisel sollen beispielsweise taktile Elemente bekommen. Dort ist es für Sehbehinderte bisher schwierig, die Stelle zu finden, an der der Zebrastreifen über die Fahrbahn führt.

Eine solche Informationssäule mit Ansagen für Sehbehinderte, wie es sie schon auf einigen Bahnhöfen gibt, ist auch für den Busbahnhof geplant. © picture-alliance / dpa/dpaweb © picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Bussteige sollen an Überwegen Absenkungen bekommen, damit sie für Gehbehinderte barrierefrei werden und auch das Einsteigen in den Bus soll ohne eine unüberwindbare Stufe möglich sein.

Die Stadt hofft, dass sie die Kosten von 250.000 Euro auch mithilfe von Fördermitteln des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (ZWL) finanzieren kann. Falls sie nicht rechtzeitig fließen, will sie den Umbau aus eigenen Mitteln finanzieren.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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