Extreme Trockenheit lässt Straßenbäume ihre Blätter verlieren

dzVergangene Hitzeperiode

Auch die Straßenbäume haben sich nach Regen gesehnt. Die extreme Trockenheit ließ sie die Blätter verlieren. Jetzt denkt die Stadtverwaltung über neue Bewässerungsmethoden nach.

Bergkamen

, 08.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in der vergangenen Woche durch Bergkamener Straßen mit Bäumen gegangen ist, der wunderte sich: Der Herbst ist zwar noch weit entfernt, aber viele Bäume verlieren bereits jetzt ihre Blätter. Sie sind nicht bunt verfärbt wie im Oktober, sondern noch grün – sehen aber oft kränklich verschrumpelt aus.

Was wie eine neuen Baumkrankheit aussieht ist zwar lediglich eine Folge der enormen Trockenheit in den vergangenen Wochen. Sorgen macht sie den Verantwortlichen aber schon. Ähnliche Erscheinungen kannten sie bisher nur aus den extrem heißen und trockenen Sommern in den vergangenen Jahren – aber der Sommer ist laut Kalender noch gar nicht da.

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Appell an die Anwohner, Bäume zu gießen

„Wir haben sogar schon unsere Zettel aus dem vergangenen Jahre wieder hervorgeholt, auf denen wir Anwohner bitten, Straßenbäume vor ihrem Haus zu gießen“, sagt Stephan Polplatz, der Leiter des städtischen Baubetriebshofs. Das gilt vor allem für Jungbäume, die erst in den vergangenen Jahren angepflanzt wurden. Anders als ältere Bäume überleben manche von ihnen solche extremen Trockenperioden nicht.

Eine Lösung könnte sein, solche Wassersäcke an die Bäume zu hängen, die Feuchtigkeit an die Wurzeln abgeben.

Eine Lösung könnte sein, solche Wassersäcke an die Bäume zu hängen, die Feuchtigkeit an die Wurzeln abgeben. © Udo Hennes (Archiv)

Wassersäcke für Bäume

Mittlerweile denkt die Stadtverwaltung auch darüber nach, zusätzliche Maßnahmen zu treffen, um die Straßenbäumen auch in den extremen Trockenperioden nicht verdursten zu lassen. Nach Angaben von Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters will die Stadt Versuche mit Wassertrögen oder Wassersäcken starten, die an den Bäumen installiert werden und tröpfchenweise Feuchtigkeit abgeben. In anderen Städten gibt es solche Wasserspender schon.

Peters fürchtet jedoch, dass sie das Ziel von Vandalismus werden könnten. Ob sie sich bewähren, will die Stadt bei dem Versuch herausfinden.

April und Mai waren extrem trocken

In der Tat haben die Bäume nach den relativ nassen Wintermonaten Januar und Februar schon seit Wochen wieder schwer zu leiden. Der April und der Mai waren auch im langjährigen Vergleich extrem trocken. Selten fiel seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen so wenig Regen in den beiden Frühjahrsmonaten. Jetzt soll es zumindest noch bis Mittwoch möglicherweise regnen.

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Deshalb appellieren Peters und Polplatz auch an die Bergkamener Bürger, sich bei der nächsten Trockenperiode ein wenig um die Bäume vor ihrem Haus zu kümmern. Es sei gar nicht unbedingt notwendig, mehrere Zehn-Liter-Eimer zum Straßenbaum zu schleppen, meint der Dezernent. „Jeder Liter zählt“, sagt er, „auch der Rest aus der Kaffee- oder der Teekanne.“

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