„Es läuft nicht immer alles nach Plan“ – auch in der Bibel nicht

dzKinderbibelwoche

In der Kinderbibelwoche lernen die Kinder nicht nur etwas über die Geschichte von Jakob und seinem Bruder – sondern auch Wichtiges für ihr eigenes Leben.

18.10.2019, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es muss nicht immer alles in der richtigen Reihenfolge laufen. Das Schema kann auch durchbrochen werden“, sagt Pfarrer Christoph Maties. Er spricht über das wahre Leben – und über eine Geschichte aus der Bibel.

Sie handelt von Jakob. Um ihn und seine Familiengeschichte dreht sich die diesjährige Kinderbibelwoche der Friedenskirchengemeinde. Unter dem Motto „Mit Jakob unterwegs“ beschäftigen sich die Kinder kreativ mit dem Auszug aus der Bibel. Sie basteln etwa Herzen, weil Jakob heiratet, backen Himmelsleitern und Traumfänger, weil Jakob von einer solchen träumt.

„Es läuft nicht immer alles nach Plan“ – auch in der Bibel nicht

Kinder basteln in der Kinderbibelwoche Himmelsleitern aus Wolle und Stöcken. © Marcel Drawe

Nach dem morgendlichen Auftakt in der Kirche nähert sich jede Gruppe der Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise. Am Ende jeden Tages treffen sie sich wieder in der Kirche. Den Abschluss der Kinderbibelwoche, die am Montag begonnen hat, bildet am Sonntag ein Familiengottesdienst.

Jeden Tag werde die Geschichte weitererzählt, sagt Angelika Dubiekzek. Sie und eine zweite Erzieherin der Kita Grüner Weg betreuen eine der jüngeren Gruppen. Dadurch, dass die Kinder sich kreativ mit der Geschichte auseinandersetzen und die Geschichte wiederholt wird, sollen sie den Sinn verstehen, sagt Dubiekzek.

In Maties‘ Gruppe wird am Ende jedes Tages sogar überprüft, ob die Kinder alles verstanden haben. Es gibt jeden Tag ein Abschlussquiz.

„Es läuft nicht immer alles nach Plan“ – auch in der Bibel nicht

Pfarrer Christoph Mathies (hinten rechts) betreut eine der Gruppen. © Marcel Drawe

Streit unter Brüdern und Scheidungen gab es schon in der Bibel

Maties hat das Thema nicht nur ausgewählt, weil es viele Kinder noch nicht aus Schule oder Kindergarten kennen. Sondern auch, weil es sehr ergiebig ist und viele Ansätze eröffnet. Einerseits ist da der Streit zwischen Jakob und seinem Bruder Esau, der damit endet, dass sie sich vertragen und vergeben. „Konkurrenz zwischen Brüdern kennt man heute auch“, sagt Matties.

Tendenz sinkt

40 Kinder machen mit

  • An der Kinderbibelwoche der Friedenskirchengemeinde nahmen dieses Jahr 40 Kinder teil.
  • Das sind laut Pfarrer Christoph Maties weniger Kinder als in den Vorjahren. Es werden tendenziell weniger Kinder, sagt Maties.
  • Gründe dafür seien die OGS-Angebote der Schulen, mit denen die einwöchige Kinderbibelwoche nicht mithalten kann. „Dort werden die Kinder die ganzen Ferien lang betreut.“ Auch würden immer mehr Familien in den Herbstferien wegfahren.

Auch, dass Jakob eine zweite Frau heiratet – was in der damaligen Zeit noch ganz anders verurteilt wurde – dürften manche Kinder von ihren Eltern kennen. „Manchmal läuft eben nicht alles nach Plan“, sagt Matties.

Dass das gar nicht schlimm ist, zeigt den Kindern die Geschichte von Jakob. Sie sollen sich fragen, was ihre eigene Rolle in der Familie eigentlich ist, ein Stammbaum soll die Neugier auf die Vorfahren ihrer Familien schüren.

Die Jakobs-Geschichte wirft offenbar viele Fragen auf, die die Kinder für ihr eigenes Leben mitnehmen können. Und sie zeigt, dass aktuelle Probleme eigentlich schon ganz alt sind.

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