Es könnte längst E-Roller in Bergkamen geben – doch eine entscheidende Sache fehlt noch

E-Scooter

In Städten wie Köln, Berlin oder Münster sieht man schon Menschen auf E-Rollern durch die Gegend flitzen. In Bergkamen kann man sie weder ausleihen noch kaufen. Das hat einen Grund.

25.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Es könnte längst E-Roller in Bergkamen geben – doch eine entscheidende Sache fehlt noch

In vielen Städten gibt es sie schon, in Bergkamen sieht man sie noch nicht auf den Straßen: Es gibt nämlich noch keine E-Scooter, die zugelassen und bezahlbar sind. © K_V

Viele Kunden von Ferdinand Wilmes fragen nach E-Scootern. Allerdings nicht, weil sie einen Roller kaufen wollen oder brauchen, sondern weil sie neugierig sind. „Man liest viel darüber“, sagt der Fahrradhändler. Kaufinteressierte würden bei ihm ohnehin nicht fündig werden. Bei „Fahrrad Wilmes“ gibt es noch keine E-Scooter und das hat einen guten Grund. „Sie sind noch nicht gesetzeskonform. Und so lange das nicht der Fall ist, kommen sie nicht ins Geschäft“, sagt Wilmes. Es gebe zwar einen Anbieter, der Roller für rund 2000 Euro auf den Markt bringt, doch das ist zu teuer. Wilmes würde Roller zwischen 500 und 1200 Euro in seinem Geschäft verkaufen. Aber das auch erst, wenn sie zulässig sind. „Die Roller brauchen Kennzeichen, das ist wie bei Mofas“, erklärt er. Den Markt beobachtet Wilmes genau und sobald es Roller gibt, die auf deutschen Straßen und Radwegen fahren dürfen, wird man sie auch bei ihm kaufen können. „Wie die Verleiher das machen, ist mir ein Rätsel“, so Wilmes. Sie müssen sich schon weit im Voraus um eine Genehmigung gekümmert haben. Immerhin werden die Scooter vor der Abnahme noch modifiziert. Die Bremsen müssen funktionieren und auch die Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle.

Es könnte längst E-Roller in Bergkamen geben – doch eine entscheidende Sache fehlt noch

Die Räder der E-Roller sind klein. Das erschwert das Fahren auf unebenem oder dreckigen Untergrund. In Bergkamen gibt es wenig optimale Radwege für die Roller. © Markus Gehring

Bergkamener Fahrradhändler hält E-Scooter für bedenklich

Es ist jedoch nicht so, dass Wilmes es kaum abwarten kann – eher ist das Gegenteil der Fall. Er hat Bedenken. Immer wieder hört man von Unfällen und Knochenbrüchen. Das Fahren damit sei sehr gewöhnungsbedürftig und kompliziert, sagt Wilmes. Grund dafür seien die sehr kleinen Räder, die auf unebenen oder dreckigen Strecken schlecht rollen. Vor allem für ältere Menschen – für die ein solcher Roller ja gerade eine gute Möglichkeit wäre, schnell von A nach B zu kommen – seien sie ungeeignet. Wilmes selbst ist schon auf allen Zweirädern unterwegs gewesen, die es gibt. Und sogar für ihn war die Fahrt auf einem E-Roller äußert gewöhnungsbedürftig.

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Fahrradwege in Bergkamen sind ungeeignet für E-Scooter

Der Fahrradhändler räumt indes ein, dass es für einige Bergkamener praktisch sein könnte, mit einem elektrisierten Roller zum Kamener Bahnhof zu fahren. Die Radstrecken in und um Bergkamen herum sind dafür aber alles andere als optimal. Es gebe viele wassergebundene Flächen, die nicht glatt sind – zum Beispiel die Zechenbahn-Trasse, die am Fahrradgeschäft vorbeiführt. „Nach einer Probefahrt auf dem Radweg könnte ich den Roller schon nicht mehr verkaufen.“ Wie genau er das mit den Probefahrten regeln wird, darüber kann Wilmes noch in Ruhe nachdenken. „Wir warten ab, wie es sich entwickelt.“

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Stadt will keine E-Roller anschaffen und auch keine verleihen

Auch bei der Stadt verfolgt man die Diskussionen über E-Sccoter. Dabei ist der Erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Hans-Joachim Peters genau so skeptisch wie Wilmes. Bei der Stadt gibt es zwar viele E-Fahrzeuge – wie Fahrräder für die Mitarbeiter und Bauhof-Fahrzeuge – aber E-Tretroller sind nicht geplant. Auch einen Verleih durch die Stadt wird es nicht geben. Das könnte nur ein externer Anbieter übernehmen. Peters hält die E-Scooter für gefährlich und verweist auf die Unfallchirurgen, die vor den Gefahren durch die Roller warnen. „Die Trittbretter der Roller sind tief, sodass sich bei Stürzen der Fuß schnell darunter verfängt“, warnt Christopher Spering von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

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