Erstmals etwas Schriftliches zur Rückstufung der Ortsdurchfahrt Weddinghofen

dzMinister-Stellungnahme zur L 821n

Der Bürgermeister und die Straßengegner bewerten die Stellungnahme des Landes-Verkehrsministers zur L 821n völlig unterschiedlich. Der Bürgermeister sieht Positives, von den Straßengegnern gibt es harsche Kritik.

Bergkamen

, 09.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Bürgermeister Roland Schäfer begrüßt die Stellungnahme von Landes-Verkehrsminister Hendrik Wüst zum Bau der L 821n, weil er Fortschritte für die Anwohner der Schulstraße sieht. Wüst hatte in der Stellungnahme zur Ratsresolution gegen den Bau der Straße erstmals bestätigt, dass die Ortsdurchfahrt Weddinghofen von einer Landes- zu einer Kreis- oder Gemeindestraße abgestuft werden soll. Das würde verkehrslenkende Maßnahmen wie eine Lkw-Durchfahrtverbot möglich machen.

Dienstweg von Düsseldorf über Arnsberg und Unna nach Bergkamen

Schäfer musste sich die Stellungnahme von Wüst allerdings erst von unserer Redaktion mailen lassen. Der Minister hat das von Mittwoch datierte Schreiben an den Bergkamener Bürgermeister zwar nach Angaben seiner Pressestelle auf den Weg gebracht. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie zwei Tage später auch schon angekommen ist.

Schäfer geht davon aus, dass sogar noch einige Zeit vergehen kann, bis das Schreiben in Bergkamen eintrifft. Falls das Ministerium es auf dem Dienstweg weitergegeben hat, geht es zunächst an die Bezirksregierung in Arnsberg, von dort an die Kreisverwaltung in Unna und vom Kreis an die Stadt, wie Schäfer sagte.

Straßen.NRW wollte bisher nichts schriftlich geben

In dem Schreiben bezieht sich Wüst auf ein Gespräch zwischen der Stadt und Straßen.NRW im Februar 2019, bei dem die Abstufung schon in Aussicht gestellt worden sei. Das sei zwar mündlich der Fall gewesen, sagte Schäfer. „Schriftlich wollte der Landesbetrieb uns das aber nie geben“, teilte er mit.

Er sei deshalb zwar dankbar über die Mitteilung aus Düsseldorf, sagte Schäfer, der grundsätzlich als Befürworter der Straße gilt. Sie komme jedoch im Grunde zu spät. „Wenn der Minister das früher schriftlich mitgeteilt hätte, hätte er sich erhebliche Irritationen zumindest bei der Bergkamener SPD ersparen können“, sagte er.

Dass Wüst die Absicht die Straße zu bauen in dem Schreiben bekräftigt, überrascht Schäfer nicht. Es bestehe Baurecht und der Bau sei vergeben. In dieser weit fortgeschrittenen Phase sei ein Baustopp nicht zu erwarten.

Straßengegner: „das typische politische Blabla“

Die Straßengegner werfen Wüst weiterhin vor, den Straßenbau trotz der Ratsresolution gegen die L 821n und diverser ungeklärter Probleme voranzutreiben. Anja Lenz, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative „L 821n – Nein!“ weist darauf hin, dass die Entwässerungsproblematik um die Straße nicht geklärt, und der Planfeststellungsbeschluss für die Straße überaltert und die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) schon 25 Jahre alt sei. Deshalb setzen die Straßengegner darauf, dass eine Beschwerde bei der EU Erfolg hat.

Die Aussagen des Landesverkehrsministers wertete Lenz als „das typische politische Blabla, um die Leute zu beruhigen“: Lenz machte deutlich, dass sie die Straße grundsätzlich ablehnt, weil sie der Natur schade und die Landschaft zerstöre. Sie hatte zu den drei Straßengegnern gehört, die versucht hatten, die Arbeiten durch eine Sitzblockade zu stoppen und ließ sich von der Polizei wegtragen.

Vorerst keine weiteren Aktionen

Ähnliche Aktionen soll es zumindest in den nächsten Tagen nicht geben. Die Initiative verzichtet in den nächsten Tagen wahrscheinlich auf Protestaktionen, weil die Bauarbeiten am Wochenende nicht weitergehen. Sie setzt auf die Kundgebung am Sonntag, 18. August, um 15 Uhr an der Realschule Oberaden.

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