Erinnerung verschwindet mit der Deko im Schrank

Rückblick auf Weihnachten

„Von Weihnachten sollten wir mehr mit ins neue Jahr nehmen als ein paar übrig gebliebene Kekse“ – daran erinnerte Pfarrerin Petra Buschmann-Simons beim Sonntagsgottesdienst.

von Sharin Leitheiser

Bergkamen

, 30.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Erinnerung verschwindet mit der Deko im Schrank

Noch ein Gottesdienst zu Weihnachten: „Was davon bleibt“ war das Thema. Drawe © Marcel Drawe

Zusammen mit den Gemeindemitgliedern dachte sie an das zurückliegende Weihnachtsfest zurück und ermutigte sie dazu, noch ein wenig länger an ihren Erinnerungen festzuhalten.

„Viele wissen gar nicht, dass die Weihnachtszeit im Kirchenjahr offiziell erst Anfang Februar endet“, betonte Buschmann-Simons. Trotzdem verschwinde die Erinnerung an Weihnachten für viele zusammen mit der Deko viel zu schnell wieder im Schrank. „Deswegen hilft es vielleicht schon, eine Weihnachtskugel hängen zu lassen und innezuhalten, bevor ich mich gedanklich in die Vorbereitungen auf Silvester stürze.“ In der Martin-Luther-Kirche hängt der Weihnachtszauber auf jeden Fall noch in der Luft. Im Orgel-Vorspiel ließ Gospelchor-Leiter Nils Orlowski festliche Klassiker wie „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Leise rieselt der Schnee“ erklingen. Und im Kirchenschiff strahlen eine festliche Krippe, der hell erleuchtete Weihnachtsstern und zwei riesige Christbäume immer noch um die Wette. Besonders habe sich Pfarrerin Buschmann-Simons über die rund 20 beschrifteten Wunschkugeln gefreut, die in diesem Jahr an den Tannenzweigen baumeln. „Die Leute haben sich ‚Frieden in der Familie‘, ‚Zusammenhalt‘ oder ‚Liebe‘ gewünscht – was sehr schön zeigt, dass es bei Weihnachten um mehr geht als Kommerz“, so die Geistliche. Für sie persönlich sei der Inbegriff von Weihnachten „die Botschaft, dass Gott in der Welt ist.“ Bei Gottesdienst-Besucherin Sylke Knehans kehrte an den diesjährigen Feiertagen besonders viel Ruhe ins Haus ein. „Wir waren zeitweise 16 Leute, und trotzdem war es sehr besinnlich“, erzählte sie. Zum Kaffeetrinken im Anschluss an den Gottesdienst steuerte die Bergkamenerin einige Schoko-Kugeln aus dem heimischen Restevorrat bei. Mit weiteren Leckereien wie Christstollen, Spekulatius oder Lebkuchen war die weihnachtliche Kaffeetafel komplett und lud allein mit ihrem Duft zum Verweilen ein. Geredet werden durfte selbstverständlich nicht nur über Weihnachten, sondern auch über Alltägliches oder die Pläne für Silvester. „Das feiern wir ausnahmsweise zu Hause – und zwar ganz entspannt mit der Familie“, verriet zum Beispiel Sylke Knehans. Beim alljährlichen Neujahrsgottesdienst der beiden evangelischen Kirchengemeinden um 16 Uhr seien dann hoffentlich auch die wieder fit, die es nicht ganz so ruhig angehen lassen, scherzte Buschmann-Simons.

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