Ergeblicher Widerstand gegen UKBS-Pläne am Kiwitt

dzBürgerversammlung im Ratssaal

Die Stadt und die UKBS möchten auf der Grünanlage am Kiwitt ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt verwirklichen. Die Anwohner bringen auf einer Versammlung viele Argumente dagegen vor.

Bergkamen

, 14.11.2018, 21:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt und die Kreis-Siedlungsgesellschaft UKBS müssen für ihr Mehr-Generationen-Wohnprojekt, das sie auf einer Grünfläche am Kiwitt planen mit erheblichem Widerstand der Anwohner rechnen. Ihre Meinung auf einer Bürgerversammlung an diesem Mittwochabend war recht eindeutig: Der weitaus überwiegende Teil der Bürger, die gekommen waren, findet das Projekt zwar gut – aber nicht an dieser Stelle in der Stadt.

Ergeblicher Widerstand gegen UKBS-Pläne am Kiwitt

Alle Plätze, auf denen sonst die Ratsmitglieder sitzen, waren bei der Bürgerversammlung besetzt. © Marcel Drawe

Der Ratssaal ist voll besetzt

Schon ein Blick in den Ratssaal, den die Stadt für die Bürgerversammlung ausgesucht hatte, zeigte: Die Planung bewegt die Anwohner ganz offensichtlich. Sie hörten sich zwar eine Dreiviertelstunde lang geduldig an, wie die Pläne für die Fläche etwa zwei Hektar große Fläche aussehen, die zu etwas mehr als der Hälfte der Stadt und zu einem kleineren Teil im südlichen Bereich neben der Halde am Kiwitt der RAG Montan-Immobilien gehört. Nachdem UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer und Architekt Christian Hassinger vom Dortmunder Planungsbüro Post, Welters und Partner ihre Vorstellungen erläutert hatten, setzte eine fast zweistündige Diskussion um den Standort ein.

Ergeblicher Widerstand gegen UKBS-Pläne am Kiwitt

Um dieses Gelände geht es bei der Planung. Über die Fläche führt ein Fußweg Richtung Kleingartenanlage Immergrün und Bogenstraße, der allerdings erhalten bleiben soll.

Anwohner fürchten um das Grün vor der Haustür

Die Argumente der Anwohner gegen die Bebauung des „Kiwitt-Parks“, wie einer von ihnen die Grünfläche nannte: Nach ihrer Ansicht wird eine zu große Fläche bebaut und von der Grünfläche bleibt zu wenig übrig – obwohl die Planer versicherten, dass es weiter einen Spielplatz und eine Ballspielfläche geben soll. Sie machen sich Sorgen um die Tiere, die in den Bereich leben – von den Fledermäusen auf der Halde bis zum Buntspecht, den es dort geben soll. Sie fürchten, dass für das Projekt rund 50 Bäume gefällt werden müssen und das der Verkehr im Bereich Bambergstraße und Weddinghofer Straße weiter zunimmt. Einige bezweifelten sogar, dass der Standort für Senioren überhaupt attraktiv ist. Die Wege zu Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten seien zu weit.

Ergeblicher Widerstand gegen UKBS-Pläne am Kiwitt

So sieht die Planung aus. Auf der Fläche der RAG-Montanimmobilien (unten links) sollen Eigenheime entstehen. Auf der eigentlichen Grünfläche (oben) plant die UKBS Häuser für Singles, für Familien und betreutes Wohnen um eine kleine Gemeinschaftsfläche mit Spielplatz. © Marcel Drawe

Baudezernent verspricht offene Diskussion

Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters versicherte, dass er die Argumente der Anwohner ernst nehmen will. Er erwägt sogar, das Gelände nicht nach den Paragraphen 34 des Baugesetzbuchs zu bebauen, der lediglich ein Einfügungsgebot in die vorhandene Bebauung vorsieht. Stattdessen soll wahrscheinlich ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Bei diesem Verfahren haben Bürger wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten. Er machte aber auch deutlich, dass die Stadt solche wie von der UKBS geplanten Wohnungen benötigt – und dass er zurzeit kein anderes städtisches Grundstück sieht, dass für das Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Frage käme.

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