„Er will einen Fehler korrigieren und macht einen noch größeren“ – Fahrverbot für Jugendlichen

dzAmtsgericht Kamen

Erst fuhr er falsch in eine Einbahnstraße und dann krachte er beim Wenden gegen ein parkendes Auto. Doch das Schlimmste passierte erst danach.

von Jana Peuckert

Bergkamen, Kamen

, 06.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samstagabend. Papas Wagen. Zwei Kumpel dabei. Für einen 19-jährigen Mann aus Bergkamen lief es gut. Bis er nach Kamen und dort direkt verkehrt auf die Bahnhofstraße fuhr.

Erst als ihm ein anderes Fahrzeug entgegen kam und eindeutige Zeichen machte, bemerkte der Bergkamener, dass er sich in einer Einbahnstraße befand. Sofort leitete er ein gewagtes Wendemanöver ein. Dabei krachte er in einen parkenden Wagen und verursachte einen Fremdschaden von 2800 Euro. Völlig schockiert vom Geschehen, ergriff der damals 18-Jährige die Flucht, statt auszusteigen, die Polizei zu rufen und zu warten.

Die Ermittler kamen dem Mann aber trotzdem schnell auf die Spur. Eine Frau hatte den Unfall beobachtet. Als Folge seiner Flucht fand sich der Bergkamener auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen wieder. Vor einem Jugendrichter legte er die Karten sofort offen. Er habe bemerkt, dass er gegen das andere Auto gestoßen war. Aus Angst, seinen sieben Monate zuvor erhaltenen Führerschein zu verlieren, sei er abgehauen.

Unfallflucht wird teuer für den Jugendlichen

Das falsche Fahren auf der Einbahnstraße hätte wohl einen Punkt und ein Fahrverbot gebracht, so der Richter. „Aber Unfallflucht ist eine Straftat.“ Und: „Das ist auf jeden Fall eine teure Kiste.“ Im Falle einer Unfallflucht würde die Versicherung den gegnerischen Schaden zwar erst einmal zahlen, sich das Geld dann aber vom Angeklagten zurück holen.

„Er will einen Fehler korrigieren und macht einen noch größeren. Dann kommt die Panik – und weg“, fasste der Staatsanwalt das Verhalten des Bergkameners zusammen. Er forderte nach Jugendstrafrecht 60 Stunden Freizeitarbeit und zwei Monate Fahrverbot.

Dem schloss sich der Richter an. Kurz bevor der Angeklagte den Sitzungssaal verließ, machte der Staatsanwalt ihn darauf aufmerksam, dass das Fahrverbot ab Rechtskraft des Urteil gelte, die zweimonatige Frist aber erst mit Abgabe des Führerscheins beginne. Um es schnell hinter sich zu bringen, gab der 19-Jährige das Dokument direkt beim Richter ab.

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