Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 zwei Stellen untersucht, an denen Blindgänger vermutet wurden. Jetzt gab er Entwarnung. © Stefan Milk (Archiv)
Altlasten aus dem Krieg

Entwarnung auf Grimberg 3/4: Metallschrott statt Bomben gefunden

Vielen Weddinghofern bleibt es erspart, mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie ihre Wohnung für einige Stunden verlassen zu müssen. Der Blindgängerverdacht auf Grimberg 3/4 hat sich nicht bestätigt.

Bis vor wenigen Tagen drohte vielen Bewohnern von Weddinghofen, dass sie für einige Stunden aus ihren Häusern oder Wohnungen müssen. Sie hätten sich entweder zu Sammelstellen in der Friedenskirche oder dem Martin-Luther-Haus begeben oder sehen müssen, wo sie sonst unterkommen können. In Zeiten der dritten Welle in der Corona-Pandemie war das keine angenehmen Vorstellung.

Jetzt aber gibt der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Entwarnung, denn es gibt keinen Anlass mehr für die geplante Evakuierungsaktion. Das Ordnungsamt hatte sich bereits auf die Evakuierung vorbereitet, denn es gab den Verdacht, dass auf dem Baugelände des geplanten Gesundheitszentrums PueD auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 zwei Blindgänger liegen. Fliegerbomben, die im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten bei Luftangriffen auf die Chemischen Werke abgeworfen wurden, die aber nicht explodierten, sondern sich in den Boden bohrten.

Metallschrott und ein Kabel im Boden

Der Verdacht schien sich zunächst zu bestätigen. Nach einer Untersuchung mit Sonden im Boden hatten die Experten vom KBD eine Störung im Erdmagnetismus festgestellt, die auf einen großen Metallkörper in einigen Metern Tiefe schließen ließ. Nachdem die beiden Verdachtspunkte aufgegraben wurden, stellte sich jedoch heraus, dass es in beiden Fällen eine harmlose Erklärung für die Messungen gab.

An der einen Stelle, die sich nahe am Kleiweg befindet, fanden die Experten vergrabenen Metallschrott im Boden. An der zweiten Stelle in der Nähe des Parkplatzes, der zum Fakt-Campus gehört, befand sich ein mit Metall ummanteltes Kabel im Boden, das wahrscheinlich noch aus Bergbau-Zeiten stammt.

Bau des PueD könnte sofort beginnen

Ganz sicher sei die Erkundung mit Sonden nie, sagte Heiko Brüggenthies vom Bergkamener Ordnungsamt. Je nachdem welche Lage er habe, könne auch ein relativ kleiner Gegenstand aus Metall eine massive Störung im Magnetfeld verursachen.

Nachdem der Blindgänger-Verdacht beseitigt ist, könnte der Bau des Gesundheitszentrums theoretisch umgehend beginnen. Die Untersuchung des Baugeländes nach Blindgängern war die letzte Auflage der Baugenehmigung, die vor Baubeginn noch zu erfüllen war. In großen Teilen von Bergkamen ist sie bei Bauvorhaben obligatorisch.

Die Chancen, dass das Gesundheitszentrum PueD gebaut wird, dürften nicht schlecht stehen. Vor einigen Wochen hatte die PueD GmbH bestätigt, dass es einen neuen Investor gibt.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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