Elisabeth-Kirche setzt auf Fernwärme statt auf klimafeindliche Ölheizung

dzUmbau-Pläne

Die Planungen für den Umbau der Elisabeth-Kirche laufen, der Architekt arbeitet an den Details. Dabei geht es nicht nur um die Optik, sondern auch um eine zeitgemäße Kirchenheizung.

Bergkamen

, 30.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich für den Umbau der Elisabeth-Kirche in der Stadtmitte interessiert, sollte vielleicht einmal die evangelische Annakirche in Aachen besuchen. Allzu viel Ähnlichkeit mit dem katholischen Gotteshaus am Bergkamener Stadtmarkt hat sie zwar nicht. Aber insbesondere an kalten Tagen kommt eine historische Eigenschaft der Kirche zum Tragen, die auch für St. Elisabeth eine Rolle spielen wird: In der Annakirche installierte die Firma Mahr aus Aachen im Jahr 1871 ihre erste Kirchenheizung.

St. Elisabeth ist die Hauptkirche der Gemeinde Heilig Geist, die aus der Fusion von fünf Gemeinden entstand.

St. Elisabeth ist die Hauptkirche der Gemeinde Heilig Geist, die aus der Fusion von fünf Gemeinden entstand. © Stefan Milk

Aachener Spezialisten planen die Kirchenheizung

Das Unternehmen existiert heute noch. Offenbar gibt es nicht allzu viele Heizungsbetriebe, die sich mit dem Raumklima in Kirchen auskennen. Deshalb kann die Theodor Mahr Söhne GmbH demnächst wohl mit einem Auftrag aus der katholischen Gemeinde Heilig Geist Bergkamen rechnen. „Sie hat uns ein Angebot gemacht“, sagt Hans-Jürgen Klein, der den Kirchenumbau koordiniert.

Dabei befasst er sich nicht nur mit der Gestaltung des Innenraumes der Kirche, sondern auch mit technischen Aspekten, die der normale Kirchgänger normalerweise eher nicht bemerkt - es sei denn, er friert beim Gottesdienst.

Ein Blick in den Innenraum des Kirchenmodells.

Ein Blick in den Innenraum des Kirchenmodells. © Stefan Milk

Das verhindert in St. Elisabeth bisher eine klassische Ölheizung. Die allerdings verwendet einen Brennstoff der ausgesprochen klimafeindlich ist - und auch vergleichsweise teuer. „Öl hat keine Zukunft“, sagt Klein. Einen Gasanschluss gibt es an der Kirche allerdings nicht. Deshalb wird die Kirche nach dem Umbau aller Voraussicht nach mit Fernwärme geheizt.

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Technisch ist das offenbar kein Problem. „Wir haben schon mit den Gemeinschaftsstadtwerken gesprochen“, sagt Klein. Auch die Kirchenheizungsspezialisten aus Aachen haben bereits einen Blick auf die vorhandenen Leitungen und Wärmetauscher geworfen. Einige müssten sie wohl auswechseln, meint Klein. Aber wenn das Leitungsgremium der Gemeinde zustimmt, dann kommt die alte Öl-Heizung bald raus. Stattdessen würde die Luft, die durch Gitter im Kirchenboden in den Innenraum strömt, mit Hilfe von Fernwärme erhitzt.

Den Innenraum der Kirche sollen Vorhänge aus kettenartigem Gewebe unterteilen.

Den Innenraum der Kirche sollen Vorhänge aus kettenartigem Gewebe unterteilen. © Stefan Milk

Elektromotoren für die Vorhänge im Kirchenraum

Klein und die anderen Umbau-Planer müssen sich aber noch mit weiteren technischen Fragen befassen, die man in einer Kirche nicht unbedingt auf den ersten Blick vermutet. Sie stehen zum Beispiel in Kontakt mit einer Firma für Bühnentechnik in Düsseldorf. Die Pläne des des Unnaer Architekten Christian Weicken sehen vor, dass in der Kirche Vorhänge aus kettenartigem Metallgewebe hängen. Mit ihrer Hilfe soll sich der Raum in kleinere Einheiten einteilen lassen. Die Vorhänge müssen dafür herauf- und heruntergefahren werden können. Dafür sind Elektromotoren notwendig, die die Düsseldorfer Bühnentechniker liefern sollen. Zugleich rechnet ein Statiker aus, welche Belastungen dadurch für das Gebäude entstehen.

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Der Umbau beginnt frühestens im nächsten Jahr

Bis diese Pläne in die Realität umgesetzt werden, wird allerdings noch reichlich Öl in der Heizung der Elisabeth-Kirche verbrannt. Der Umbau wird frühestens im nächsten Jahr beginnen. Derzeit ist der Architekt, der im April 2018 einen von der Gemeinde ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hat, mit der Detailplanung befasst. Wenn die fertig ist, steht auch der genaue Kostenrahmen für den Kirchenumbau fest. Die grundsätzliche Finanzierung ist zwar gesichert, sagt Klein. Die Gemeinde muss sich aber noch mit der Erzbistum Paderborn darüber verständigen, wie viel Zuschüsse es bezahlt, sagt Klein: „Möglicherweise müssen wir dann noch einmal rechnen und neu planen.“

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