Elf neue Feuerwehrleute sind jetzt voll einsatzfähig

dzGrundlehrgang abgeschlossen

Zersplitterte Frontscheibe, verzogene Türen, der Fahrer des Kleinwagens, der unter dem Lkw klemmt, klagt über Schmerzen. Der Abschluss ihrer Ausbildung verlangt elf Feuerwehrleuten viel ab.

Bergkamen

, 30.09.2019, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein schreckliches Bild, das sich den jungen Feuerwehrleuten bietet: Ein roter Kleinwagen steckt unter dem Heck eines Lkw. Der Fahrer hatte wohl übersehen, dass der Laster gerade einen Container ablud, und fuhr darunter. Zum Glück ist der Fahrer ansprechbar, sein Zustand stabil. Doch er klagt über Rückenschmerzen - und der Notarzt verlangt von den Feuerwehrleuten eine möglichst schonende Patientenrettung.

Elf neue Feuerwehrleute sind jetzt voll einsatzfähig

Der Autofahrer war beim Abladen unter den Container geraten. © Stephanie Tatenhorst

Abschlussübung am Ende der Grundausbildung

Eine besondere Aufgabe für die elf Feuerwehrleute, die sich diesem Übungsszenario am Ende ihrer Grundausbildung stellen. Anfang des Jahres hatten sie damit begonnen, jetzt stand mit dem Lehrgang Technische Hilfeleistung das letzte Modul ihrer Ausbildung auf der Agenda. Nun sind sie voll einsatzfähig und können die erfahrenen Kameraden in jeder Einsatzlage unterstützen.

Patientenschonende Rettung ist gefragt

Den drei Feuerwehrfrauen und acht Feuerwehrmännern ist sofort klar, was sie tun müssen. Den auf „Halbmast“ hängenden Container sichern, damit sich der Auflieger nicht selbstständig macht und das Auto vollends begräbt, und natürlich den Kleinwagen stabilisieren, damit an ihm gearbeitet werden kann.

Elf neue Feuerwehrleute sind jetzt voll einsatzfähig

Mit der Hilfe von hydraulischen Geräten wie Schere und Spreizer wurde die Seite des Kleinwagens aufgeschnitten. © Stephanie Tatenhorst

Der „Unfall-Fahrer“ trägt einen Feuerwehrhelm mit Visier zum Schutz vor Splittern bei seiner Rettung. Doch das wäre auch im Ernstfall so, solange die Verletzungen ein solches Vorgehen zulassen. Und auch sonst müssen die Feuerwehrleute vorsichtig sein: Sie schützen den Fahrer bei jeder risikobehafteten Situation durch eine Schutzscheibe aus Plastik.

Dann kommen Schere und Spreizer zum Einsatz. Schnell ist die Tür entfernt und auch der Überrollbügel durchtrennt, damit der Fondsbereich des Zweitürers aufgebogen werden kann. Lange dauert es nicht, bis in der Fahrerseite des Autos ein großes Loch ist. Das Spineboard, ein Rettungsinstrument für Unfallopfer mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung, steht parat, der Fahrersitz ist zurückgedreht, doch bevor der Patient auf die Rettungstrage umgelagert werden kann, kommt ein Kommando von Lehrgangsleiter Bernd Externbrink: „Übung beendet.“

Elf neue Feuerwehrleute sind jetzt voll einsatzfähig

Nach dem erfolgreichen Ende der Abschlussübung sind die elf Nachwuchskräfte nun voll einsatzfähig. © Stephanie Tatenhorst

Ausbilder sind zufrieden

Die acht Ausbilder, die sich fünf Tage lang um die Nachwuchskräfte gekümmert hatten, sind zufrieden mit ihren Schützlingen, die nun nicht nur den Umgang mit Schere und Spreizer beherrschen, sondern auch Tauchpumpen, Kettensägen, hydraulische Heber, Hebekissen und Mehrzweckzüge wie Seilwinden bedienen können. Und dass sie auch die notwendige Theorie beherrschen, hatten sie am zuvor in der schriftlichen Prüfung bewiesen.

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