Ekliger Müll-Fund an der Jahnstraßenbrücke

dzAktion sauberes Heil

Es liegt längst nicht mehr so viel Müll in der Landschaft wie früher. Die Helfer der „Aktion sauberes Heil“ machen trotzdem höchst unangenehme Entdeckungen. Das liegt an der Brücken-Baustelle.

Bergkamen

, 07.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die fast zweijährige Sperrung der Jahnstraßen-Brücke hat den Heilern nicht nur lange Umwege beschert, sondern auch einen ziemlich unangenehmen Mülltourismus. Das merken die beiden Landwirte Karsten Willeke und Hendrik Schuchtmann, als sie sich am Samstag an der „Aktion Sauberes Heil“ beteiligen. Schuchtmann lenkt seinen Trecker nach dem Treffen am Funkerheim an der Königslandwehr zur Brückenauffahrt auf der Nordseite des Kanals. Hinter der Leitplanke liegt ein gutes Dutzend prall gefüllter Müllsäcke auf der Wald-Böschung. Offenkundig hat ein Umweltsünder die Sperrung der Jahnstraße, die erst vor etwa zwei Wochen aufgehoben wurde, genutzt, um seinen Abfall bei Nacht und Nebel auf illegale Weise zu entsorgen.

In den Müllsäcken befinden sich gebrauchte Windel

Und offensichtlich hat der Umweltsünder mindestens ein Kleinkind. Die Säcke enthalten nicht nur Spielsachen, sondern auch jede Menge Windeln - gebrauchte.

Diese Säcke lagen im Wald neben der Jahnstraßen-Brücke in Bergkamen-Heil: Sie enthielten gebrauchte Windeln.

Diese Säcke lagen im Wald neben der Jahnstraßen-Brücke: Sie enthielten gebrauchte Windeln. © Stefan Milk

Für Willeke und Schuchtmann macht das den Frühjahrsputz an der Brücke zu einer ziemlich ekligen Angelegenheit. Aber dennoch wuchten sie die Säcke auf den Trecker-Anhänger. Auf dem sitzt Walter Ellinger. „Damit haben wir ja fast die Ausbeute vom letzten Mal zusammen“, sagt er.

Auch an der Jahnstraßenbrücke in Bergkamen-Heil räumten die Helfer auf.

Auch an der Jahnstraßenbrücke räumten die Helfer auf. © Stefan Milk

Ellinger ist 80 Jahre alt und beteiligt sich seit mindestens zehn Jahren an der Aktion „Sauberes Heil“. „Früher haben wir solche Mengen an Abfall gefunden“, sagt er und macht eine entsprechende Geste mit seinen Händen. In den vergangenen Jahren sei der Müll in der Landschaft glücklicherweise zurückgegangen.

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Es liegen viele Schnapsflaschen in der Gegend

Das bestätigt auch Ute Scheunemann, die Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Heil, die die Aufräum-Aktion organisiert. Die Konsumenten alkoholhaltiger Getränke werfen die geleerten Flaschen aber offenbar immer noch gerne in die Gegend. An der Königslandwehr beispielsweise, berichtet Scheunemann, stünden regelmäßig etliche Piccolo-Sektflaschen am Straßenrand aufgereiht.

Im Unterholz in Bergkamen-Heil lagen vor allem Flaschen und Verpackungsmüll.

Im Unterholz lagen vor allem Flaschen und Verpackungsmüll. © Stefan Milk

Auch Willeke und Schuchtmann finden vor allem kleine Schnapsflaschen. An der Waldstraße in Richtung Halde ist deren Zahl aber deutlich zurückgegangenen, berichten sie. Auch das mag mit der Jahnstraßen-Baustelle zusammenhängen.

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Hinter der Brückenleitplanke am Nordufer fördert Willeke allerdings gleich ein ganzes Depot zutage: „Da hat aber einer Durst gehabt“, meint er. Auch sonst liegt allerhand Unrat und Verpackungsmüll im Unterholz. Und zwar auch auf dem Abschnitt auf der Nordseite, der eigentlich für den Verkehr gesperrt war.

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