Eishalle: Stadt Bergkamen will wieder die Eigentümerin werden

dzFreizeit in Bergkamen

Die Stadt Bergkamen will anstelle der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Eigentümerin der Eishalle am Häupenweg werden. Das hat damit zu tun, dass die Halle auch im Sommer genutzt werden soll.

Bergkamen

, 19.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn sich der Bergkamener Stadtrat am kommenden Dienstag, 25. August, zu einer Sondersitzung trifft, geht es nicht nur ums neue Bad. Der Stadtrat soll auch darüber entscheiden, ob die Stadt wieder die Eigentumsrechte an der Eishalle übernimmt. Der Hintergrund: Die Stadt will in die Halle investieren, vor allem um sie auch im Sommer besser nutzbar zu machen.

Ursprünglich hatte die Stadt ohnehin die Eigentumsrechte an der Anfang der 80er Jahre gebauten Halle. Als die GSW in den 90er Jahren gegründet wurden, übernahmen sie jedoch alle Freizeitanlagen von den drei beteiligten Kommunen Bergkamen, Kamen und Bönen und betrieben sie. Das hatte wohl vor allem steuerliche Gründe, denn im Gegensatz zur Stadt können die GSW die beim Betrieb von Freizeitanlagen anfallenden Verluste steuerlich geltend machen.

Bisher gibt es nur im Winterhalbjahr eine Nutzung. Veranstaltungen bis in den Abend mit Musik sind wegen der Dachkonstruktion nicht erlaubt.

Bisher gibt es nur im Winterhalbjahr eine Nutzung. Veranstaltungen bis in den Abend mit Musik sind wegen der Dachkonstruktion nicht erlaubt. © Marcel Drawe

Stadt will in die Eishalle investieren

Diese Geschäftsgrundlage existiert bei der Eishalle nicht mehr, seit der Münsteraner Unternehmer Dr. Martin Brodde den Betrieb der Halle übernommen hat. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum die Stadt die Eigentumsrechte wieder übernehmen will. Sie hat vor, wieder in die Halle zu investieren. Dafür hofft sie auf Mittel aus Fördertöpfen. Darauf haben wohl Städte und Gemeinden Anspruch, nicht aber Unternehmen wie die GSW.

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Bei der Übernahme wird übrigens auch die Stadt nicht Eigentümerin des Grundstücks. Sie übernimmt einen bestehenden Erbpachtvertrag wieder von den GSW. „Das macht bei dem Antrag auf Fördermittel aber keinen Unterschied“, sagt Bürgermeister Roland Schäfer.

Der Unternehmer Dr. Martin Brodde aus Münster betreibt die Eishalle in Bergkamen erfolgreich.

Der Unternehmer Dr. Martin Brodde aus Münster betreibt die Eishalle erfolgreich. Die Stadt möchte ihm ermöglichen, etwas mehr als bisher zu verdienen. Interesse an der Halle hatte er, weil er in seiner Freizeit selbst Eishockey spielt. © Stefan Milk

Auch Veranstaltungen im Sommer sollen möglich sein

Bei den geplanten Investitionen in die Halle geht es vor allem um besseren Lärmschutz. Jetzt ist es aufgrund der Dachkonstruktion nicht möglich, in der Halle Feiern oder Partys mit Musik zu veranstalten. Stand jetzt ist die Halle nur für Eissport im Winter und Rollschuhfahren im Sommer zugelassen – und für Veranstaltungen ohne Lärm wie die Berufsvorbereitungsmesse im vergangenen Sommer. „Rollschuhfahren ist kaum attraktiv. Ich glaube nicht, dass es dafür ein zahlendes Publikum gibt“, sagt Schäfer.

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Die Dachverkleidung von innen muss ohnehin erneuert werden, weil die alten Mineralstoffplatten mittlerweile zerbröseln, wie Schäfer schildert. Die Stadt will Betreiber Brodde ermöglichen, auch im Sommer etwas Geld mit der Halle zu verdienen. Der Betreiber hat immer unmissverständlich klar gemacht, dass er den Betrieb der Halle aufgibt, falls er draufzahlen muss.

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