Einkaufszentrum: Diesen Konflikt muss die Stadt Bergkamen im eigenen Interesse durchstehen

dzKommentar der Redaktion

Der Ärger der Politiker in Bergkamen über den Entwurf für das neue Einkaufszentrum ist verständlich. Jetzt muss die Stadt den Konflikt mit dem Investor durchstehen, meint unser Autor.

Bergkamen

, 05.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist verständlich, dass die Bergkamener Kommunalpolitik enttäuscht ist über den Entwurf für das neue Einkaufszentrum, das Nachfolger der Turmarkaden werden sollte. Es ist sogar verständlich, dass sie sich getäuscht fühlt.

Der frühere Projektentwickler Charterhaus hatte Namen wie H&M ins Spiel gebracht und die Interra AG als Nachfolgerin hatte immer den Eindruck erweckt, dass sie auf einer ähnlichen Spur ist.

Übrigens auch mit dem ersten Entwurf von 2018 – schön, modern und lichtdurchflutet. Daraus ist jetzt offenbar ein profanes Supermarkt-Zentrum ohne schöne Fassade, ohne Glasdach und ohne nennenswerten Gastrobereich geworden. Das hat Bergkamen schon.

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Dennoch erstaunt auch ein Passus in der Vorlage der Stadtverwaltung für den Haupt- und Finanzausschuss. Darin geht die Verwaltung davon aus, dass nach Bergkamen ohnehin fast niemand zum Shoppen kommen würde, noch nicht einmal die Bergkamener selbst. Das hätte sie auch schon vor einigen Jahren äußern können – einschließlich der Erkenntnis, dass sie ein weiteres Supermarkt-Zentrum für überflüssig hält. Das hätte beim Investor klare Verhältnisse geschaffen.

Ohnehin ist es lange überfällig, dass die Stadt in diesem zentralen Bereich am Rathaus plant, was dort geschehen soll, statt alles laufen zu lassen und sich von den Absichten des jeweiligen Investors abhängig zu machen. Sich Gedanken machen und diese Überlegungen in einen Bebauungsplan gießen ist auf jeden Fall der richtige Weg. Der Krach mit dem Investor wäre möglicherweise zu vermeiden gewesen. Jetzt muss die Stadt ihn jedoch durchstehen, wenn sie eine vernünftige Entwicklung will und nicht in einigen Jahren die nächste Bauruine an dieser Stelle stehen soll.

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