Einige Bäume sollen weichen, aber die Alleen bleiben

dzBaumbestand in Schönhausen

Ein Teil der Platanen in der Siedlung Schönhausen muss wahrscheinlich gefällt werden. Die Straßen in der Zechensiedlung sollen ihren Allee-Charakter aber behalten.

Bergkamen

, 22.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei dem Gutachten, dass die Stadt bei einem Kamener Büro in Auftrag gegeben hat, gehe es nicht nur um den Baumbestand in Schönhausen – sondern auch um ein Konzept, wie die Siedlung künftig aussehen soll, lässt die Stadtverwaltung auf Anfrage wissen. Bürgermeister Roland Schäfer geht davon aus, dass die Ergebnisse der Gutachter immer noch nicht öffentlich vorliegen – anders als es Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters vor einiger Zeit angekündigt hatte. Die Gutachter müssten nicht nur klären, welche Platanen wahrscheinlich gefällt werden müssen, sondern auch wie und wo neuer Baumbestand gepflanzt werden soll. Ein Ziel hat die Stadt: „Der Allee-Charakter der Straßen in der Siedlung soll erhalten bleiben“, sagte Schäfer.

Er geht davon aus, dass nicht alle Platanen gefällt werden müssen, aber ein Teil. Einige der mittlerweile über 100 Jahre alten Bäume wachsen nur etwa zwei Meter von der Hausfassade entfernt und drohen, Fundamente zu zerstören. Schäfer bestätigte, dass auch die Versicherung der Stadt darauf drängt, solche Bäume zu fällen, bevor es zu größeren Schäden kommt. An anderen Stellen, an denen die Entfernung zu den Häusern größer ist, könnten die Bäume erhalten bleiben. Für die gefällten Bäume soll es Ersatzpflanzungen geben – allerdings nicht genau an der gleichen Stelle. „Die neu gepflanzten Bäume müssen weiter den Häusern entfernt stehen“, sagte Schäfer.

Erste Maßnahmen möglicherweise erst 2020

Die passenden Pflanzstellen zu finden ist genau so schwer, wie alte Bäume zu beseitigen. Seit dem Bau der Zechenkolonie noch in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind Ver- und Entsorgungsleitungen gezogen worden, die mittlerweile zum Teil durch das Wurzelwerk der Platanen verlaufen. Deshalb ist das Herausfräsen der alten Wurzeln ähnlich schwierig wie die Neu-Pflanzen von Straßenbäumen.

Schäfer geht davon aus, dass das Gutachten im ersten Quartal 2019 vorliegt. Dann muss es noch von der Stadtverwaltung durchgesehen und ausgewertet werden, bevor es öffentlich in den zuständigen Fachausschüssen vorgestellt wird.

Bis Maßnahmen umgesetzt werden, kann es nach Einschätzung des Bürgermeisters noch einige Zeit dauern. Falls der Kostenbedarf bestimmte Grenzen überschreitet, könnten die erforderlichen Mittel erst im nächsten Doppelhaushalt 2020/2021 vorgesehen werden. Das würde bedeuten, dass die Umsetzung frühestens Ende 2020 möglich ist – denn in der Vegetationsperiode dürfen Bäume nicht gefällt werden.

Die Stadt hatte das Gutachten für die Russellstraße und die obere Hansemannstraße zwischen Lent- und Landwehrstraße in Auftrag gegeben. Die Maßnahmen dort sollen Vorbild für die ganze Siedlung sein.

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