Einfach mal Löwenzahn und Gänseblümchen stehen lassen

dzInsektenfreundlicher Garten

Einen wirklich pflegefreien Garten gibt es nicht, sagt Kerstin Conrad von der Biologischen Station in Heil. Wer etwas für die Natur tun will, der sollte manchmal etwas weniger machen.

Bergkamen

, 18.08.2019, 13:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es darum geht, wie man einen pflegefreien Garten anlegen kann, der auch gut für die Natur ist - das muss Kerstin Conrad von der Biologischen Station Kreis Unna in Heil passen. „Einen wirklich pflegefreien Garten gibt es nicht“, sagt die Diplom-Landshaftsökologin, die auch für die Betreuung der Naturschutzgebiete in Bergkamen und Werne zuständig ist.

Einfach mal Löwenzahn und Gänseblümchen stehen lassen

Wer glaubt, dass ein Schotter-Vorgarten weniger Arbeit macht, merkt schnell, dass er sich getäuscht hat._____ © Stephan Schuetze

Steinwüsten sind nicht pflegefrei

Das gilt übrigens auch für die Steinwüsten, die manche Hausbesitzer im Vorgarten anlegen. Ihre Erwartung: Da wächst nichts mehr, das Arbeit machen kann. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, sagt Conrad. Auf lange Sicht machen solche Steingärten mit Folie oft mehr Arbeit als ein normaler Garten - spätestens dann, wenn der Wind das Herbstlaub heranträgt und wenn Vögel Samen von Kraut und Unkraut zwischen den Steinen verteilen. Dann wächst von oben was von unten nicht mehr durchkommt. Pflanzen und Laub zu beseitigen ist wegen der Steine erheblich aufwendiger als bei normaler Gartenerde.

Die richtigen Pflanzen sind gut für die Natur

Es gibt allerdings Möglichkeiten, dem Garten etwas weniger Pflege angedeihen zu lassen und dabei auch noch etwas für die Natur, speziell für die Insekten zu tun.Gartenbesitzer können zum Beispiel bodendeckende Stauden pflanzen, die blühen. Wenn sie gut an den Standort angepasst sind, wachsen sie schnell und lassen das sogenannte Unkraut kaum durchkommen.

Das bedeutet, dass der Boden und die Lichtverhältnisse zu den Pflanzen passen. Wer beispielsweise Pflanzen,die Sonne mögen, in den Schatten pflanzt, oder umgekehrt hat wenig Spaß an den Pflanzen. Außerdem rät Conrad, keine Blumen mit gefüllten Blüten zu nehmen. Die mögen zwar gut aussehen, nutzen aber den Insekten nichts. Dagegen sind die meisten Küchenkräuter ein Paradies für Wildbienen.

Der Natur etwas Raum lassen - und weniger ist mehr

Viel mehr tun erstaunlicherweise diejenigen, die in den Augen mancher Nachbarn ihren Vorgarten eher ein wenig vernachlässigen. Unkraut gibt es für Conrad ohnehin nicht und deshalb mag sie die Gartenbesitzer, die der Natur etwas Raum geben - was speziell für den Rasen gilt. Die Landschaftsökologin freut sich, wenn Gartenbesitzer nicht so viel wert auf einen gepflegten Parkrasen legen, sondern auch Gänseblümchen und einer Pflanze mit dem schönen botanischen Namen „Leontodon saxatilis“ trägt, zu Deutsch: nickender Löwenzahn. Den mögen Insekten besonders gerne.

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