Eine höhere Beteiligung des Bergbaus an der Kanalsanierung ist auch eine soziale Frage

dzKommentar

Der Verband der Bergbautroffenen fordert, die Lebensdauer von Kanälen höher anzusetzen, damit der Restwert steigt, den der Bergbau bei Bergschäden ersetzen muss. Dazu ein Kommentar unserer Redaktion.

Bergkamen

, 28.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Abwassergebühren in Bergkamen sind so hoch wie in fast keiner anderen Kommune in NRW. In der Region ist die Stadt sogar unangefochtener trauriger Spitzenreiter. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein soziales Problem. Die Nebenkosten als sogenannte „Zweite Miete“ steigen und belasten vor allem die einkommensschwachen Haushalte immer stärker. Hinzu kommt, dass Bergkamen in NRW eine der Kommunen mit dem niedrigsten durchschnittlichen Einkommen ist. Deshalb ist es dringend notwendig, sich Gedanken zu machen, wie sich die hohen Abwassergebühren spürbar senken lassen.

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Der Versuch, den Bergbau stärker an den Kosten zu beteiligen, ist dabei nur recht und billig. Schließlich zerstören die Auswirkungen des Bergbaus auch Kanäle, die wahrscheinlich noch Jahrzehnte gehalten hätten. In einigen Bereichen der Stadt mussten sogar Kanäle, die einst unter Beteiligung des Bergbaus erneuert wurden, schon wieder saniert werden – und in beiden Fällen mussten die Gebührenzahler zuzahlen.

Ob eine Rechnung, die von einer Lebensdauer von Kanälen von 100 Jahren ausgeht realistisch ist, mag fraglich sein. Die Stadt sollte den Vorstoß der Bergbaubetroffenen aber zumindest zum Anlass nehmen, ob eine Lebensdauer von 66 Jahren nicht doch zu niedrig angesetzt ist. Schließlich kommt jeder Cent, den die RAG zusätzlich für die Kanalsanierung beisteuert, den Gebührenzahlern zugute.

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