Eine Grundschule muss den Erstklässlern Absagen erteilen

dzSchulanmeldungen

Eltern dürfen sich aussuchen, welche Grundschule ihr Kind besuchen soll. Vorausgesetzt, an der Wunschschule ist auch Platz genug. An einer Bergkamener Grundschule ist das nicht der Fall.

Bergkamen

, 31.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorlage für den nächsten Schulausschuss vermittelt den Eindruck, dass das Anmeldeprozedere für die Grundschulanmeldungen in diesem Jahr völlig problemlos über die Bühne gegangenen ist. Möglicherweise trügt der Schein. Zumindest hat das Schulamt dem Vernehmen nach die Grundschulleiter an diesem Freitag zu einem Treffen zitiert. Es gebe Probleme bei den Anmeldungen, hieß es. Von der Stadt war dazu weder eine Bestätigung noch ein Dementi zu bekommen. Schuldezernentin Christine Busch war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Overberger Grundschule muss Schüler ablehnen

Ein Problem bei den Anmeldungen hat vor allem die Overberger Grundschule: Dort ist der Andrang größer als der vorhandene Platz. Für das neue Schuljahr kann sie maximal 56 Erstklässler aufnehmen. Nach Angaben von Schulleiterin Melanie Ludwig liegen aktuell aber 68 Anmeldungen vor. Ludwig muss also mindestens zwölf Ablehnungsschreiben verschicken. In der Vorlage für den Ausschuss spiegeln sich diese Zahlen nicht wider. Dort ist von 63 Anmeldungen an der Overberger Schule die Rede.

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Der Andrang hängt zum Einen mit der Demographie zusammen. Im laufenden Jahr kommen in Bergkamen nach Zählung der Stadt 462 Mädchen und Jungen in die Schule. Das sind 53 mehr als vor einem Jahr. Und offenbar gibt es auch in Overberge einen geburtenstarken Einschulungsjahrgang. Allerdings verzeichnet Ludwig auch Anmeldungen aus anderen Stadtteilen.

Vor allem in Mitte gibt es Verschiebungen zwischen den Schulen

Zu Verschiebungen kommt es vor allem in Bergkamen-Mitte. An der Gerhart-Hauptmann-Schule am Friedrichsberg ist die Zahl der Anmeldungen verglichen mit 2019 um 16 zurückgegangen, an der Schillerschule ist sie um die gleiche Zahl gestiegen.

In Oberaden gibt es in diesem Jahr mehr Erstklässler als 2019. Das merken sowohl die Jahnschule als auch die Preinschule

In Oberaden gibt es in diesem Jahr mehr Erstklässler als 2019. Das merken sowohl die Jahnschule als auch die Preinschule © Marcel Drawe

Es sei offensichtlich, dass Kinder, die im Einzugsbereich der Gerhart-Hauptmann-Schule wohnen, auf andere Schulen gehen, sagt Schulleiterin Martina Hoppe: „Letztlich entscheiden die Eltern individuell.“ Wobei es durchaus auch Vorteile hat, wenn der Andrang nicht ganz so groß ist. Die Gerhart-Hauptmann-Schule startet voraussichtlich mit drei ersten Klassen mit je 19 Schülern ins neue Schuljahr.

Die Jahnschule in Oberaden hingegen bildet zwei Klassen mit je 28 Lernanfängern. Nachdem sie in den vergangenen Jahren eher mit rückläufigen Anmeldezahlen zu tun hatte, verzeichnet sie diesmal ein Plus von 21. Noch stärker ist der Zulauf in der ebenfalls in Oberaden beheimateten Preinschule, die im Vergleich zum Vorjahr 28 mehr Erstklässler aufnimmt. Diese Zahlen sprechen allerdings dafür, dass auch in Oberaden ein geburtenstarker Jahrgang seine Schullaufbahn beginnt.

Anders sieht es in Rünthe aus. Die einzige Grundschule dort, die Freiherr-von-Kettler-Schule, weist bei den Anmeldungen ein Minus von 15 aus. Schulleiterin Heiko Prochnow sieht den Grund für diese Schwankungen ebenfalls in der Demographie. Es komme eher in Einzelfällen vor, dass Kinder aus Rünthe auf eine Schule in einem Stadtteil wechseln. Und das werde durch die Zahl der neuen Erstklässler ausgeglichen, die nicht in Rünthe wohnen.

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In Overberge ist das offenkundig anders. Nun obliegt es Schulleiterin Ludwig, zu entscheiden, welchen Schülern und Eltern sie eine Absage für die Grundschule in Overberge erteilt. „Die Schulkonferenz hat dafür klare Kriterien aufgestellt“, sagt sie. Künftige Erstklässler, die bereits Geschwister auf der Schule haben, haben gute Karten. Auch der Wohnort der Eltern spielt natürlich eine Rolle. Außerdem werden berufstätige Alleinerziehungen bevorzugt, erläutert Ludwig.

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