Eine Dose, die den Rettern beim Retten hilft

dzMartin-Luther-Gemeinde

Das Kreuz auf den kleinen grünen Dosen hat nichts mit dem christlichen Glauben zu tun. Aber dennoch will die Martin-Luther-Gemeinde sie unter die Menschen bringen – sie können Leben retten.

Bergkamen

, 25.09.2018, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Notfalldose heißt das kleine Behältnis, das bequem in jede Jackentasche passt. Dort gehört sie aber nicht hinein: Sondern in den Kühlschrank. In dem sollen die Retter die Dose und vor allem ihren Inhalt finden: Ein Formular auf dem der Besitzer der Dose und seine Angehörigen wichtige medizinische Daten und Angaben zu Kontaktpersonen notieren können. Und damit die Retter auch in den Kühlschrank schauen, gehört zu der Dose auf ein kleiner grüner Aufkleber, den man an der Wohnungs- oder Haustür befestigen kann.

„Das ist doch eine gute Idee“, findet Pfarrerin Petra Buschmann-Simons aus der Martin-Luther-Gemeinde. In anderen Städten sei die Notfalldose schon relativ weit verbreitet, in Bergkamen noch nicht. Das will der Diakonie-Ausschuss der Gemeinde ändern. Er will die Dose in den Senioren- und Frauenhilfe-Gruppen bekannt machen, aber auch in der Öffentlichkeit dafür werben. „Wir wollen sie an die Frau und an den Mann bringen“, kündigt Buschmann-Simons an. Und zwar zum Selbstkostenpreis von 2 Euro.

Eine gute Möglichkeit, Werbung für die Notfalldose zu machen, stellt der Diakonie-Gottesdienst dar, den die Gemeinde am Sonntag, 30. September, ab 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche in Oberaden feiert. „Dort werden wir die Notfall-Dose vorstellen“, sagt die Pfarrerin. Und da es im Anschluss an den Gottesdienst einen Empfang im Martin-Luther-Haus gibt, wird es dort einen Stand mit Informationen und natürlich auch den Notfalldosen geben. Die ist übrigens nicht nur für die Wohnung und für den Kühlschrank gedacht. „Man kann so eine Notfalldose natürlich auch ins Auto legen“, erläutert Buschmann-Simons. Dann ist das Handschuhfach der richtige Ort für die Dose.

Auszeichnung für Ehrenamtliche

Der Gottesdienst am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche ist nicht nur wegen der Notfall-Dose ein besonderer. Mit der Feier endet der „Monat der Diakonie“, bei dem die Diakonie Ruhr-Hellweg sich und ihre Arbeit in der Martin-Luther-Gemeinde vorstellte.

Der Diakonie-Vorsitzende Christian Korte wird den Gottesdienst nutzen, um eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Gemeinde zu ehren: Er verleiht Barbara Hölken das Kronenkreuz.

„Das ist schon eine besondere Auszeichnung der Diakonie“, sagt die Diakonie-Pfarrerin Anja Josefowitz Die Diakonie würdige damit das seit mehr als 20 Jahren andauernde Engagement von Barbara Hölken. Die ist derzeit vor allem in der Seniorenarbeit aktiv, hat sich aber früher auch um die Gemeindejugend und andere Bereiche gekümmert. Anfangs sei es ihr ja ein wenig unangenehm gewesen, so im Rampenlicht zu stehen, sagt Barbara Hölken zu der bevorstehenden Auszeichnung. Aber jetzt freut sie sich.

Die Diakonie bringt der Gemeinde zum Gottesdienst am Sonntag noch etwas mit. Eine Stele, an der die Gemeindemitglieder Fürbitten mit Hilfe eines Magneten befestigen können. „Wir wollen auf diese Weise in Kontakt bleiben“, sagt der Diakonie-Sprecher Udo Sedlaczek. Die Stele solle auf Dauer in der Gemeinde bleiben, die entscheide auch über ihren Standort. Über den hat sich Pfarrerin Buschmann-Simons schon Gedanken gemacht: „Da wir eine Gemeinde mit zwei Kirchen sind, wird sie wohl regelmäßig auf Reisen gehen.“

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