Eine doppelte Herausforderung für Eltern

dzZwillingstreffen im Familientreff

Auf den ersten Blick könnten Besucher des Familientreffs im Pestalozzihaus glauben, sie würden doppelt sehen. Beim Zwillingstreff konnten sich Eltern über ihre Erfahrungen austauschen.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 19.11.2018, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch es ist keine Sinnestäuschung, die hier am Werk ist. Der Familientreff lädt zum Zwillingstreffen, vier Geschwisterpaare folgen der Einladung.

Freya sitzt gerade gemütlich auf dem Spielteppich und begutachtet ganz genau, was es hier alles zu entdecken gibt. Ihrem Bruder Thore ist das wohl zu langweilig, er macht sich lieber zu einer Entdeckungstour auf. Krabbelnd, versteht sich, denn so wie seine Schwester ist er gerade acht Monate alt. Die beiden Kinder sind Zwillinge, für Mutter Rike war das am Anfang schon eine Herausforderung.

Eine doppelte Herausforderung für Eltern

Vater Marco Link, Sohn Thore, Mutter Rike Desinger und Tochter Freya nutzten den Zwillingstreff zum Erfahrungsaustausch. © Borys Sarad

Erfahrungen austauschen

„Die Kinder schlafen quasi abwechselnd“, berichtet sie aus ihrem Alltag. „Da braucht man keinen Wecker, weil man sowieso nie wirklich schläft.“

Insgesamt vier Zwillingspaare sind dem Aufruf von Einrichtungsleitung Isabel Veltmann gefolgt, dem zweiten in diesem Jahr. „Wir haben bereits im Juni ein erstes Treffen veranstaltet“, so Veltmann. „Das ist so gut angekommen, dass wir ein zweites hinterher geschoben haben.“ Vor einem Jahr habe es in der Einrichtung besonders viele Mütter mit Zwillingsgeburten gegeben.

Die Treffen seien für die Eltern schon eine Hilfe. Denn wenn zwei Kinder gleichzeitig in eine Familie kommen, stellt das Eltern und Angehörige oft vor besondere Herausforderungen. Hier können die Eltern ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Tipps geben.

Rike Desinger und Marco Link hatten bereits eine Tochter, als die Zwillinge geboren wurden. Vor allem die Kosten, die auf die die Eltern zukommen würden, seien nicht zu unterschätzen, erzählt das Pärchen. Kleidung, Kindersitze – alles muss doppelt angeschafft werden.

Eine doppelte Herausforderung für Eltern

Dilek Inan, die Mutter von Lyzann und Lavin erwartet das nächste Kind – diesmal aber nur eines. © Borys Sarad

Kosten summieren sich

Und einen neuen Kinderwagen brauchten sie auch, schließlich brauchen beide Kinder genügend Platz. „Da muss man schon gut aufpassen“, so Desinger. „Diese Kosten summieren sich schnell.“ Dass die Kinder sich komplett gleich entwickeln, dem sei nicht so, meint Desinger. So würde Sohn Thore schon viel sprechen, Freya ist noch eher still. Was der eine Zwilling kann, lernt auch der andere schnell.

Allerdings würden sich die Abstände mittlerweile vergrößern, so Desinger: „Je komplexer das neu Gelernte ist, umso länger dauert es, bis auch das Geschwisterkind über die Fähigkeit verfügt.“

Lawin und Lyzaan sind keine Babies mehr, die beiden Mädchen sind bereits dreieinhalb Jahre alt.

Auch bei ihren Kindern stellt Mutter Dilek Inan klare Unterschiede fest: „Eine meine Töchter ist zum Beispiel etwas sensibler als die andere. Auch die Geschmäcker der Beiden sind sehr unterschiedlich.“

So mag Lawin lieber Salami auf dem Brot, Lyzaan mag Fleischwurst. „Wenn ich das morgens aus Versehen mal vertausche, wird das sofort reklamiert.“ Trotzdem seien die Mädchen unzertrennlich. Versuche, mit den Kindern getrennt etwas zu unternehmen mussten Inan und ihr Mann aufgeben. „Die beiden waren total still, haben sich zurückgezogen und Essen und Getränke verweigert.“

Die Lage verschärfte sich so sehr, dass die Eltern den Versuch abbrechen mussten. „Wir haben uns dann auf der Hälfte des Weges getroffen und die Kinder erst mal gefüttert.“ Mittlerweile ist Inan wieder schwanger, diesmal mit einem Sohn. „Das ist aber diesmal definitiv nur einer!“

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