Einbruch in Baumarkt führt ins Gefängnis

Strafe ohne Bewährung

Zwei 25 und 26 Jahre alte Bergkamener haben eine ganze Liste von Straftaten auf dem Kerbholz. Vor Gericht geben sie alles zu – das nützt ihnen aber nicht mehr viel.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 14.12.2018, 04:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einbruch in Baumarkt führt ins Gefängnis

Die Justiz kannte keine Gnade mit zwei Einbrechern. Sie müssen eine Haftstrafe ohne Bewährung antreten, obwohl sie geständig waren. © dpa

Bei einem Einbruch in einen hiesigen Gartenbaubetrieb machten die Täter im Herbst 2017 fette Beute – und die Mitarbeiter zumindest kurzfristig arbeitsunfähig. Unter anderem diese Tat soll das Duo nun die Freiheit kosten.

Über ein Fenster verschafften sich die beiden 25 und 26 Jahre alten Männer am 3. November 2017 Zutritt zum Lagerraum der Bergkamener Firma. Dort sammelten sie Arbeitsgeräte wie Kettensägen im Wert von über 9000 Euro ein. Während sie ihre Beute über eBay feilboten, mussten sich die betroffenen Mitarbeiter erst einmal neue Geräte beschaffen.

Der jüngere Angeklagte stahl darüber hinaus am 5. Februar in Bergkamen aus einer Jacke ein Portemonnaie mit Bargeld, Kreditkarten und Papieren. Außerdem raste er zuvor am 19. Januar auf der A1 in Fahrtrichtung Köln im Bereich Kamen in eine mobile Radarfalle – und das ohne Führerschein.

Nun beschäftigte sich das Schöffengericht in Unna mit den Vorwürfen gegen die beiden jungen Männer, die bereits mehrfach einschlägig vorbestraft sind und auch schon Haft beziehungsweise Arrest verbüßt haben. Der 25-Jährige räumte alle Taten postwendend über seine Verteidigerin ein. Sein „Mitstreiter“, bei dem es ausschließlich um die Beteiligung an dem Einbruch ging, tat sich damit zunächst schwer. Anfangs beteuerte er, nur an dem Verkauf der Geräte beteiligt gewesen zu sein – unwissend, dass es sich dabei um Diebesgut handelte. Dann jedoch verplapperte er sich bei Details, geriet in Bedrängnis und gab schließlich zu: „Ok, ich war dabei. Auch bei dem Diebstahl.“ Beide sprachen in dem Kontext von Geldnöten. Und der Ältere betonte am Ende: „Ich habe halt Mega-Scheiße gebaut.“ Und: „Ich will hier nicht mehr sitzen.“

Doch die Einsicht kam zu spät. Angesichts der vollen Strafregister, die Richter Jörg Hüchtmann in Anbetracht des jungen Alters der beiden als erschreckend bezeichnete, war an Bewährungsstrafen zur Überzeugung des Gerichts keinesfalls mehr zu denken. Hinzu kamen laufende Bewährungen zur Tatzeit und der erhebliche Beutewert. Für den jüngeren Angeklagten, der sich den zusätzlichen Diebstahl und die Fahrt ohne Fahrerlaubnis leistete, endete das Verfahren mit 16 Monaten Gefängnis. Der Ältere wurde zu einem Jahr Haftstrafe verurteilt – ebenfalls ohne Bewährung.

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