Ein zwölf Meter hohes Bauwerk soll in der Wasserstadt an den Bergbau erinnern

dzZechengelände Haus Aden

Wenn das Fördergerüst von Haus Aden abgerissen wird, will die RAG ein Pumpwerk bauen. Das soll nach dem Willen der Stadt keine profane Halle werden, sondern eine Art Bergbau-Denkmal.

Bergkamen

, 09.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tage des Fördergerüstetes Haus Aden sind definitiv gezählt. Doch auch nachdem es abgerissen worden ist, wird dort ein Bauwerk benötigt, weil die RAG in der ehemaligen Zeche das Grubenwasser abpumpt. Und weil auf dem Gelände von Haus Aden gerade die Wasserstadt entsteht, soll das Hebewerk mehr werden als eine profane Industriehalle.

Stadt plant einen Architektenwettbewerb

Zumindest, wenn die Planer aus dem Rathaus ihre Ideen verwirklichen. Denen schwebt eine architektonisch anspruchsvoll gestaltete Anlage vor, die einerseits an die Bergbauvergangenheit des Areals und anderseits an die daraus resultierenden „Ewigkeitsaufgaben“ erinnert – zu denen auch die Grubenwasserhaltung zählt. Das Hebewerk wird immerhin zwölf Meter hoch und damit deutlich sichtbar. Dadurch und durch seinen Standort bekomme es eine städtebauliche Bedeutung meint Christian Reumke aus dem Planungsamt.

Derzeit laufen auf dem Haus Aden Gelände die Vorbereitungen für den Bau der Wasserstadt.

Derzeit laufen auf dem Haus Aden Gelände die Vorbereitungen für den Bau der Wasserstadt. © Marcel Drawe

Um der gerecht zu werden, plant die Stadt einen Architektenwettbewerb: Dessen Teilnehmer sollen Vorschläge entwickeln, wie das RAG-Bauwerk aussehen könnte, damit es Bergkamens Vergangenheit widerspiegelt und zugleich einen optischen Bezugspunkt zur Wasserstadt darstellt. Und zur Internationalen Gartenschau 2027, an der sich Bergkamen bekanntlich beteiligen will, soll es auch noch passen.

Jetzt lesen

Die Stadt hofft auf Fördermittel vom Bund

So etwas kostet natürlich. Aber die Planer haben schon eine Idee, wie sie das Ganze finanzieren: mit Fördermitteln vom Bund. Dazu will die Stadt sich mit dem Projekt als „Nationales Projekt des Städtebaus“ bewerben.

Städtebau-Projekt

Thema in Ausschuss und Rat

  • Der Plan für das Grubenwasserwerk steht am Dienstag, 11. Februar, auf der Tagesordnung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Strukturwandel und Wirtschaftsförderung. Er tagt um 17 Uhr im Ratssaal im Ratstrakt neben dem Rathaus.
  • Der Stadtrat befasst sich am Mittwoch, 19. Februar, mit dem Thema. Die Sitzung beginnt um 17.15 Uhr.
  • Die Tagesordnungen finden sich im Ratsinformationssystem unter https://ris.bergkamen.de

Im Erfolgsfall fließt Geld aus Berlin. Als ersten Schritt dazu muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 19. Februar einen entsprechenden Beschluss fällen. Wie dann die Erfolgsaussichten aussehen, vermag Reumke allerdings noch nicht einschätzen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Jetzt lesen

Das Planungsamt hat aber zumindest schon einmal eine Kalkulation der Kosten aufgestellt. Der Wettbewerb und die neue Hülle des Hebewerkes würden demnach mit rund 2,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. 529.000 Euro könnte die RAG übernehmen. Dazu würden Fördermittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro kommen – wenn sie denn fließen. Die Stadt selbst müsste dann noch einen Eigenanteil in Höhe von 723.000 Euro beisteuern. Und einen Titel für das Projekt haben sich die Planer auch schon ausgedacht: „Aus der Tiefe in die Höhe – Grubenwasserhebewerk stiftet neue Identität.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus in Bergkamen
Gesamtschüler haben sich bei Klassenfahrt ins Münsterland mit Corona infiziert
Hellweger Anzeiger Radioaktiver Müll
Suche nach Atommüll-Endlager: Weite Teile des Kreises Unna kommen nicht in Frage
Hellweger Anzeiger Tourismus in Bergkamen
„Lauschtour“ durch Bergkamen: Stadt bewirbt App wegen Mängeln nicht mehr
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl 2020
Designierter SPD-Fraktionschef: Hartmut Ganzke (54) will alles anders machen