Der Jubiläumswald ist eine Erfolgsgeschichte. Warum, zeigt sich beim jüngsten Pflanzfest: Für die Menschen gibt es ganz verschiedene und vielfältige Gründe einen Baum in die Erde zu bringen.

von Sharin Leitheiser

Bergkamen

, 04.11.2018, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob zur Geburt eines Kindes, zur Goldenen Hochzeit oder in Gedenken an einen geliebten Menschen – der Bergkamener Jubiläumswald ist seit 13 Jahren ein Ort, an dem Erinnerungen Wurzeln schlagen. Am vergangenen Samstag wuchs das Waldstück um weitere 27 Bäume an.

„Als wir damals mit dem Projekt angefangen haben, hätten wir nie gedacht, dass es so gut angenommen werden würde“, erinnerte sich Bürgermeister Roland Schäfer mit Blick auf das Meer aus mittlerweile 651 Eichen, Ahorn-Bäumen, Linden, Buchen und Eschen. Einzigartig mache den Jubiläumswald in Bergkamen vor allem, dass er kein reiner Baby-Wald sei, meint Schäfer. „Hier können die Menschen jeden besonderen Anlass mit einem Baum feiern und so ein Zeichen für die Ewigkeit setzen.“

Ein Wald für viele Anlässe

Der „Glück-Auf Weddinghofen“ hat einen Ahorn gepflanzt, dem ihn der Verein „Wir in Weddinghofen“ geschenkt hat. Sarad © Borys P. Sarad

Knappen pflanzen Ahorn

Am Wochenende gab es wieder zahlreiche gute Gründe und neue Pflanzgruben auf dem Gelände zwischen Bachstraße und Kuhbachtrasse. Die meisten Baumpaten hatte wohl der junge Ahorn des Knappenvereins „Glück-Auf Weddinghofen“. Zum 120. Jubiläum hatten die Kumpel ihren Baum vom befreundeten Verein „Wir in Weddinghofen“ geschenkt bekommen. „Damit wollten wir unsere Verbundenheit zu den Knappen symbolisieren und ihnen ein Geschenk machen, das genauso standhaft ist wie sie“, bilanzierte Werner Matiak aus dem Vorstand von „Wir in Weddinghofen“. Der 2. Vorsitzende des Knappenvereins Thorsten Lenz freute sich merklich über die Geste. „Wir pflanzen heute unseren zweiten Baum. Wenn es so weitergeht, ist das irgendwann der Knappenwald“, scherzte er gut gelaunt. Mit vereinter Kraft bedeckten er und seine uniformierten Kameraden das Wurzelwerk mit frischer Erde. Pflegen wollen die Knappen ihren Ahornbaum in Zukunft ebenfalls gemeinsam. „Hoffen wir, dass er genauso gut angeht wie unser erster“, so Lenz.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Pflanzfest im Jubiläumswald

04.11.2018
/
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
Luis hilft beim Pflanzen© Borys Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys P. Sarad
© Borys Sarad
© Borys Sarad
© Borys P. Sarad
v.l. Elias, Leonas, Mila© Borys Sarad
© Borys Sarad
© Borys Sarad
Noel mit Papa Marcel. Noel ist schon ziemlich müde von dem ganzen Feiern© Borys Sarad

Dass ihr junger Ahorn den Winter heil übersteht, hoffen auch Assunta Plattfaut und ihre Freundinnen. „MuKiMü“ oder auch „Mutter-Kind-Mütter“ nennen sich die zehn Frauen selbst. „Wir haben uns vor über 30 Jahren bei der Mutter-Kind-Gruppe in der Thomaskirche kennengelernt und sind seitdem zusammen geblieben“, erläuterte Plattfaut stolz. „Möge dieser Baum ebenso gedeihen wie unsere Kinder“ steht auf dem kleinen Schild am Fuße ihres Jubiläumsbaumes. Passend dazu schmückten die Overberger Mütter ihren Ahorn mit bunten Schildern, auf denen sie die Namen von sich, ihren Söhnen und Töchtern festhielten. „Die dürfen uns zwischendurch auch gerne beim Gießen unterstützen. Und unsere Männer sowieso“, ergänzte die frischgebackene Oma Brigitte Dunker mit einem Augenzwinkern.

Ein Wald für viele Anlässe

Die Baumpaten, die zum jüngsten Pflanzfest im Jubiläumswald kamen, hatten ganz unterschiedliche Gründe dafür. In vielen Fällen war das Baumpflanzen aber eine Familienangelegenheit. Sarad © Borys P. Sarad

Schmuck für die Bäume

Kreativer Schmuck zierte jedoch nicht nur den Baum der befreundeten Mütter. Jede Gruppe gab sich beim Pflanzfest sichtlich Mühe, die noch recht kahlen Äste ihrer Jubiläumsbäume ein wenig bunter zu machen. Manche verschönerten die Baumkronen mit Seidenbändern, glitzernden Schneeflocken oder Baby-Schnullern, andere griffen zu Luftballons, kleinen Vogelhäuschen oder Blumensträußen. Für die Ohren gab es zudem stimmungsvolle Ständchen von der Musikerin Kelsey Klamath. Sie begleitete das Pflanzfest schon zum vierten Mal und zog mit ihrer Akustik-Gitarre von Baum zu Baum. Diese gemütliche Atmosphäre gefiel auch der Bergkamenerin Janine Brauner und ihrem Mann Kai. „Unsere Tochter Hanna hat den Baum von Oma und Opa zur Geburt geschenkt bekommen und wir finden die Idee super“, schwärmte die Bergkamenerin. Damit der junge Ahorn ihrem Kind auch ganz viel Glück bringt, musste beim Pflanzfest jedes Familienmitglied einen Spatenstich machen. Nur die kleine Hanna durfte erst einmal noch zuschauen. „Später wird sie sich aber bestimmt mit um den Baum kümmern“, war sich Janine Brauner sicher.

Ein bisschen Platz ist im kommenden Frühjahr noch für neue Bäume, dann muss erst einmal wieder Land umgepflügt werden. „Einige Jährchen können wir so problemlos überbrücken“, prognostizierte Roland Schäfer am Samstag. Dann werde er mit seinem Team planen, wie es weitergehen solle. „Wir überlegen zum Beispiel, ob wir die angrenzenden Wildgärten erwerben. Aber davon sind wir noch ein paar hundert Bäume entfernt.“

  • Im Jubiläumswald zwischen der Kubachtrasse und dem Parkfriedhof gibt es pro Jahr zwei Pflanztermine – einen im Frühjahr, einen im Herbst.
  • Das nächste Pflanzfest ist für Samstag, 6. April , 2019 geplant.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkehrsplanung

Nach L 821n-Freigabe: Mehr Platz für Radler und Fußgänger in Oberaden und Weddinghofen

Hellweger Anzeiger Verkaufsoffene Sonntage

Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

Meistgelesen