Ein Paar streitet sich um einen Hund, dann fliegt ein Hocker vom Balkon

dzBeziehungsstreit

Auch, wenn sie auf dem Balkon stand und er davor, hatte die Szene, die sich im vergangenen Januar in Bergkamen abgespielt hatte, nichts mit „Romeo und Julia“ zu tun. Ganz im Gegenteil.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 18.03.2020, 16:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war der 28. Januar 2019, als das Paar aus Bergkamen offenbar wegen des Hundes der Frau in einen heftigen Streit geriet. In dessen Verlauf bezeichnete die Frau den 31-Jährigen als Arsch, was dieser mit Schlampe und Hure erwiderte. Doch es flogen nicht nur Beleidigungen, sondern plötzlich auch ein Hocker in Richtung des Bergkameners.

Hocker zurückgeworfen

Der zögerte nicht lange, nahm das Plastikgeschoss und schleuderte es zurück. Weit kam die Sitzgelegenheit allerdings nicht. Der Hocker blieb in der Balkonbrüstung hängen, die Frau wurde nicht getroffen. Der Mann fand sich nach dem Vorfall wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung im Amtsgericht Kamen wieder.

Dort erklärte er, seine damalige Freundin hätte mit den Beleidigungen angefangen und auch den Hocker nach ihm geworfen. Zur Tatzeit habe er unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden. Die Frau hätte als Zeugin eine Aussage machen sollen. Doch sie zog es vor, nicht zu erscheinen. Der Richter regte an, das Verfahren gegen den Bergkamener einzustellen, da es sich um ein wechselseitiges Geschehen handelte.

Vorstrafen standen einer Verfahrenseinstellung im Weg

Damit war die Vertreterin der Staatsanwaltschaft jedoch nicht einverstanden, da der 31-Jährige acht Vorstrafen wegen Beleidigung, Körperverletzung und Drogendelikten angesammelt hat. Zudem, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, sei ein weiteres Verfahren gegen den Mann anhängig. Da eine Einstellung nur mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft möglich ist, musste ein Urteil her.

Der Richter erklärte den Bergkamener der Beleidigung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung für schuldig und verwarnte ihn. Dann verhängte er eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro, die er allerdings unter Strafvorbehalt stellte. Wird der Angeklagte nach Rechtskraft des Urteils ein Jahr lang nicht noch einmal straffällig, muss er das Geld nicht zahlen.

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