Seit fast drei Monaten war niemand mehr im Wasser des Bergkamener Hallenbades und der anderen Bäder. © Stefan Milk
Gemeinschaftsstadtwerke

Ein paar Mitarbeiter der Hallenbäder haben auch im Lockdown etwas zu tun

Die Hallenbäder der GSW gehörten zu den Einrichtungen, die als erste in den Lockdown mussten. Seit November war niemand mehr im Wasser. Gleichwohl herrscht jeden Tag zumindest ein bisschen Betrieb.

Seit zweieinhalb Monaten ist in den drei Hallenbädern der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) niemand mehr geschwommen. Sie mussten bereits zum zweiten November schließen, als der inzwischen längst verschärfte „Lockdown Light“ in Kraft trat. Wann die Bäder wieder öffnen dürfen, steht in den Sternen. Aber die GSW könnten den Betrieb schnell wieder hochfahren.

In den meisten Becken befindet sich noch Wasser und es ist sogar in badetauglicher Qualität. „Einmal pro Tag schaut eine kleine Technik-Gruppe in unseren Hallenbädern nach dem Rechten“, sagt GSW-Pressesprecherin Anna Lootze auf Anfrage.

Die Techniker nehmen regelmäßig Wasserproben

Zu den Aufgaben der Techniker gehört es, Wasserproben zu nehmen, die dann von einem Hygiene-Institut analysiert werden. „Das ist auch während der Schließungsphase der Bäder notwendig“, sagt Lootze. Schließlich sollen sich keine Bakterien oder andere Krankheitserreger in den ungenutzten Becken einnisten. Tagesfüllend ist der Job der Bad-Techniker allerdings nicht. Und die Schwimm-Meister und das übrige Personal haben gar nichts zu tun. Deshalb sind die Mitarbeiter der GSW-Schwimmbäder in Kurzarbeit – die meisten auf Kurzarbeit null.

Die GSW nutzen die Zwangspause für Wartungsarbeiten, sagt die Sprecherin. Aber allzu viel liegt dabei nicht an. Im Bergkamener Bad sei zum Beispiel die Beckenumrandung repariert worden, berichtet Lootze.

Den GSW entgehen Eintrittsgelder, durch die Bäder-Schließung sinken allerdings auch die Kosten. © Stefan Milk © Stefan Milk

Interessant ist die Frage, welche finanziellen Folgen der Lockdown für die Stadtwerke haben. Einerseits ist der Bäderbetrieb einer der großen Defizitfaktoren in der GSW-Bilanz. Andererseits fallen natürlich auch Einnahmen weg, weil es keine Badegäste gibt, die Eintritt zahlen. Lootze kann bisher aber noch nicht sagen, ob die GSW durch die Bäderschließung noch draufzahlen oder sich die Verluste verringern: „Das ist erst möglich, wenn der Jahresabschluss 2020 vorliegt.“

Die GSW verlieren Einnahmen, haben weniger Kosten

Die Lockdown-Rechnung ist jedenfalls nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint: „Die Bäder müssen geheizt werden, auch wenn sie geschlossen sind“, sagt Lootze. Gleiches gilt für das Wasser. Andererseits sind die Temperaturen und damit auch die Kosten längst nicht so hoch wie zu den Öffnungszeiten.

Außerdem sind die Schwimmbäder nicht das Hauptgeschäft der GSW, der Lockdown trifft sie daher lange nicht so hart wie andere Unternehmen. Sie brauchen auch keine Unterstützung vom Staat: „Wir haben keine Corona-Hilfen beantragt“, sagt Lootze.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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