Ein Bergkamener geht auf Zuhälter-Jagd

dzGericht

Die Anklageliste gegen einen 30-jährigen aus Bergkamen vor dem Amtsgericht war ziemlich lang. Unter anderem wollte er Zuhälter in Bergkamen jagen. Ins Gefängnis muss er dafür aber nicht.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 19.11.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganze zehn Anklagepunkte hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft am Dienstag im Schöffengericht des Amtsgerichts Unna zu verlesen. Ihr gegenüber saß ein Mann aus Bergkamen. Der Tag endete für ihn mit einer mehrmonatigen Haftstrafe, die das Gericht zur Bewährung aussetzte. Der 30-Jährige räumte ein, am 11. Mai an der Berliner Straße in Bergkamen die Reifen eines Wagens zerstochen und damit einen Schaden von etwa 400 Euro verursacht zu haben. Er habe erreichen wollen, dass der Fahrer des Wagens aus seiner Wohnung zu ihm komme, um etwas zu klären. Doch der Mann war nicht erschienen.

Drohungen gegen eine Frau

Am selben Tag traf der Angeklagte am Bahnhof in Kamen auf die Frau des Mannes. Ihr gegenüber drohte er damit, ihrem Gatten den Kopf abzuschneiden. Eine Woche später schlitzte er erneut einen Autoreifen des Mannes auf und am 20. August begab er sich um kurz vor Mitternacht zu dem Mann und drohte ihm und dessen Frau, sie „abzustechen“, sie zu töten. Dabei hatte der Angeklagte knapp 2,2 Promille Alkohol im Blut.

Am 20. Juni 2018 stahl der 30-Jährige in einem Bergkamener Supermarkt drei Päckchen Zigaretten für 18,90 Euro. Die Erklärung seiner damaligen Freundin, sie ginge anschaffen, wenn er nicht da sei, ließ den Angeklagten abermals ausrasten. Da die Frau ihm nicht habe sagen wollen, für wen sie in diesem Milieu arbeitet, sei er in ein dafür bekanntes Viertel in Bergkamen gegangen, gab der 30-Jährige an. „Betrunken im Kopf bin ich losgegangen und wollte Zuhälter jagen.“ Vielleicht in dem Glauben, den Richtigen gefunden zu haben, schlug der Bergkamener mit einer Holzlatte auf einen Mann ein. Der wurde dabei leicht verletzt.

In vier Fällen stellt das Gericht das Verfahren ein

Vier weitere Vorwürfe stellte das Gericht ein. Der Angeklagte stritt ab, eine 17-Jährige im Wasserpark in Bergkamen gegen ihren Willen angefasst und geküsst zu haben. Auch den Fahrstuhl in einem Haus an der Zentrumstraße in Bergkamen habe er nicht eingetreten, die Scharniere zerstört und einen Schaden von 5200 Euro hinterlassen.

Bezüglich einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit seiner damaligen Freundin glaubte das Gericht dem 30-Jährigen, dass es sich dabei um eine wechselseitige Geschichte handelte. Zu guter Letzt soll der Angeklagte am 1. September vergangenen Jahres trotz Hausverbots eine Kauflandfiliale in Bergkamen betreten haben. Ihm sei gar nicht bewusst gewesen, dass ein Hausverbot gegen ihn vorgelegen habe, erklärte der Mann.

Sechs Straftaten, zehn Monate auf Bewährung

Für die letztlich sechs zugegebenen Straftaten verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung (zwei Mal), Diebstahls, Bedrohung und Beleidigung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. In einigen Fällen nahm das Gericht aufgrund von Alkoholkonsums verminderte Schuldfähigkeit an. Als Bewährungsauflage muss der Bergkamener 600 Euro an die Verkehrswacht Dortmund zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig und damit die neunte Eintragung im Vorstrafenregister des Mannes.

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