Ehrenamtliche Richter wieder komplett

dzNeue Schiedsperson

Der eine geht nach 15 Jahren, ohne je ein einziges Mal schlichten zu müssen, der andere ist seit Juli im Amt und hatte bereits seinen zweiten Fall.

Bergkamen

, 05.11.2018, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Stefan Klußmann ist die Riege der Schiedspersonen wieder komplett. Klußmann ist seit Mitte Juli für den Bezirk Bergkamen-Mitte zuständig, außerdem als Stellvertreter für den Bezirk Bergkamen-Mitte II als Stellvertreter.

Doch es mag durchaus sein, dass er dort eventuell niemals aktiv werden muss: Wie Frank Bartsch, der seit 15 Jahren als stellvertretende Schiedsperson für eben jenen Bereich zuständig war, aber nicht ein einziges Mal einspringen musste. „Ich hatte gar nicht viel zu tun, ehrlich gesagt, gar nichts“, fasst Bartsch seine Tätigkeit als Schiedsperson kurz zusammen. Sein Vater Klaus-Jürgen Bartsch sei der leitende Schiedsmann gewsen, dem habe er zwar manches Mal über die Schulter geschaut, aber er selbst habe in all den Jahren nicht einen einzigen Einsatz gehabt, so Bartsch.

Lange verwaiste Stelle

Am Montagnachmittag verabschiedeten Bürgermeister Roland Schäfer und Rechtsamtsleiter Bernd Roreger Frank Bartsch und begrüßten gleichzeitig Stefan Klußmann in seinem neuen Amt. Auf ihn hatte die Stadt lange warten müssen: Mehr als ein Jahr war der Schiedsamtsbezirk Bergkamen-Mitte I nicht besetzt. Trotz mehrerer Aufrufe fand sich kein Bewerber, der im Streitfall unter Nachbarn als ehrenamtlicher Richter schlichten oder vermitteln wollte. Nach einer weiteren Stellenausschreibung bewarb sich Stefan Klußmann Anfang 2018 um das Amt, das zuvor Otto Popeck 15 Jahre ausgeübt hat. Zwar wählte ihn der Rat der Stadt bereits Mitte März zur Schiedsperson, doch es dauerte dann noch bis das Kamener Amtsgericht Anfang Juli die Berufung bestätigte. Seitdem ist Klußmann offiziell im Amt.
Stefan Klußmann ist 54 Jahre alt, verheiratet, hat vier Töchter und arbeitet als Leiter des Werksschutzes am Standort Bayer. Außerdem ist er Fördermitglied der Special Olympics und im Förderverein der Gerhart-Hauptmann-Schule aktiv.

Und jetzt eben noch als Schiedsmann. Ein Amt, dass ihn schon nach kurzer Zeit forderte: Denn gerade mal einen Tag habe es gedauert, da hatte er auch schon seinen ersten Fall. Es ging um einen Zaun und Beleidigungen. „Leider sind wir nicht zu einer Einigung gekommen, das konnte schließlich ein Rechtsanwalt erreichen“, erinnert sich Klußmann. Und auch beim zweiten Zwist, der an ihn herangetragen wurde, war ein Zaun zum Zankapfel unter Nachbarn geworden.

Frieden in der Nachbarschaft

Das sei erfahrungsgemäß in der Regel meist das Thema, wenn Bürger eine Schiedsperson aufsuchen, sagt Bürgermeister Schäfer.

Die „außergerichtliche Streitschlichtung“ stelle die wesentliche Aufgabe für Schiedspersonen dar. Spezielle Vorkenntnisse sind allerdings nicht erforderlich. Seminare bereiten allerdings auf das Amt vor, wer es ausübt, kann sich bei Fragen Unterstützung bei den Experten der Stadt holen.

Die Justiz sei froh über die Arbeit der Schiedspersonen, die unter Umständen die Gerichte entlaste und Prozesse verhindere. Und für die Stadt sei es wichtig, dass „Schiedspersonen zum Frieden in der Nachbarschaft beitragen.“

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