Ehrenamtliche Helfer retten über 2500 Amphibien

dzKrötenwanderung

Die Krötensaison ist vorbei, die Krötenhelfer haben mehr Amphibien zum Laichgewässer gebracht als in früheren Jahren. Es gab aber auch negative Begleiterscheinungen der Krötenwanderung,

Bergkamen

, 07.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

2551 Amphibien verdanken den Bergkamener Krötenschützern ihr Leben. So viele Tiere haben Thorsten Bramey und seine Mitstreiter an der Erich-Ollenhauer-Straße eingesammelt und zum Laichgewässer, dem Schwanenweiher, gebracht. Inzwischen ist die Saison beendet und der jeweils 240 Meter lange Krötenschutzaun auf beiden Straßenseiten abgebaut.

Die Krötenschützer haben deutlich mehr Tiere eingesammelt als in früheren Jahren. Sie brachten 1795 Kröten, 128 Teich- und 87 Grasfrösche, 130 Bergmolche, 349 Teichmolche, 59 Fadenmolche sowie drei Kammmolche über die Straße.

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Kröten kehren schnell in ihre Reviere zurück

Bramey und Co. kümmerten sich auch um die Rückkehrer: Sie brachten 1575 Amphibien zurück in ihre Reviere. „Insbesondere Kröten wandern nach dem Ablaichen schnell zurück, Frösche und Molche verbleiben länger im und am Gewässer, die Froschkonzerte sind ein schöner Beweis“, heißt es in einem Bericht der Bergkamener Krötengruppe. Deshalb wollen deren Mitglieder an regnerischen Tagen die späteren Rückkehrer weiter im Blick behalten.

Der Krötenzaun an der Erich-Ollenhauer-Straße musste täglich kontrolliert werden. Bei Wind und Wetter.

Der Krötenzaun an der Erich-Ollenhauer-Straße musste täglich kontrolliert werden. Bei Wind und Wetter. © Stefan Milk

Allerdings hatten die Krötenschützer nicht nur positive Erlebnisse, sondern wurden auch mit Vandalismus konfrontiert. Mehrfach wurden die Fangeimer in den Schwanenweiher geworfen und der Zaun umgekippt. Immerhin wurde ein Randalierer auf frischer Tat ertappt. Das bewirkte, dass es danach nicht mehr zur Zerstörungen kam.

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16 ehrenamtliche Krötenschützer waren in der Zeit von Februar bis Mai im Einsatz. Zu Zeiten der Corona-Pandemie unter erschwerte Bedingungen. Gleichwohl machten sich die Helfer morgens und abends auf den Weg, um die Eimer, in die Amphibien gefallen waren, zu leeren.

Amphibien wandern am liebsten bei Regen

Den täglichen Höhepunkt erreichte die Krötenwanderung mit Beginn der Dämmerung und dauerte dann zwei Stunden. Krötenschützer müssen wetterfeste Menschen sein: „Amphibien lieben feuchte Witterung und wandern bei Regen deutlich intensiver“, heißt es in dem Bericht.

Einige Amphibien haben den Rückweg vom Laichgewässer in ihr Revier in Bergkamen noch vor sich.

Einige Amphibien haben den Rückweg vom Laichgewässer in ihr Revier noch vor sich. © Stefan Milk

Während der Krötenwanderung herrschte auf der Erich-Ollenhauer-Straße am Schwanenweiher Tempo 30. Die meisten Autofahrer hätten sich daran gehalten, berichten die Amphibienschützer. Allerdings nicht alle: Manche fuhren deutlich schneller als erlaubt und brachten dabei nicht nur die Amphibien, sondern auch die menschlichen Helfer in Gefahr. Außerdem mussten die Mitglieder der Krötengruppe nicht nur die Tiere einsammeln, sondern auch jede Menge Müll .

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