Wie aus dummen Misserfolgen und Glücksmomenten außergewöhnliche Klänge entstehen können

dzKonzert in der Marina

Das schwedische Duo „Symbio“ überzeugt seine Zuschauer in der Marina mit überirdischen Klängen. Die Kombination aus Akkordeon und mittelalterlicher Drehleier machte Gesang unnötig.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Rünthe

, 17.09.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund 20 Jahren präsentiert das erfolgreiche Musiklabel „Klangkosmos“ herausragende Musikensembles aus allen fünf Kontinenten, um die weltweite musikalische Vielfalt zeitgenössischer Klangwelten live erlebbar zu machen.

Mit dem Duo „Symbio“ und den beiden schwedischen Musikern Johannes Geworkian Hellman und Larsemil Öjeberget scheint die folkloristische Plattform aus Köln nun erstmalig die irdischen Gefilde verlassen zu haben und in neue Universen vorgedrungen zu sein. Am Montagabend legte das Duo mit seinen sphärenhaften Klängen auf seiner Tournee durch NRW in der Marina einen vielbeachteten Zwischenstopp ein.

Alleine die Kombination des Akkordeons mit der mittelalterlichen Drehleier, machte die Zuhörer im Trauzimmer neugierig. Bei ihren meist experimentellen Stücken verzichtet die schwedische Folkformation „Symbio“ zudem bewusst auf Gesangsbegleitung. Es präsentiert dem Publikum dafür überraschende Klangmuster, die durch Fußpedale und Elektronik magische Klangfarben erhalten.

Wie die Stücke des Duos „Symbio“ entstehen

Nichtsdestotrotz basieren die selbstkomponierten Stücke oft auf eigenen Erlebnissen, erzählen beide zwischen den Stücken, die sicherlich jedem schon mal widerfahren seien: dumme Misserfolge, herrliche Glücksmomente, aber auch das unvermeidliche Ende einer Beziehung mit unsäglicher Trauer und dem Neuanfang voller erfrischender Erwartung – oder auch das schrille Pfeifen im Ohr, wenn man feststellt, dass man etwas Wichtiges vergessen hat.

So wie die beiden Musiker sich bei ihrem Spiel meist mit geschlossenen Augen in einen Enthusiasmus hineinsteigern, gelingt es auch den Zuhörern schnell, sich durch Befreiung von optischen Reizen auf eine Reise in ein noch unentdecktes und rätselhaftes Klanguniversum zu begeben, strahlt die Musik des Duos doch auch eine telepathische Wirkung aus, die noch lange im Bewusstsein nachhallt.

Eindrucksvoll die Klangmischungen der einzelnen Stücke, die aus mehreren „Epochen“ der nunmehr achtjährigen Zusammenarbeit des Duos stammen und so dessen musikalische Entwicklung dokumentieren. Einzig das letzte Stück „Le Fil“, das die beiden Musiker als Zugabe präsentierten, hatte dann noch etwas „Irdisches“.

Es war das erste Stück, das Johannes Geworkian Hellman mit seinem Hurdy-Gurdy-Leierkasten und Larsemil Öjeberget mit seinem Akkordeon am Anfang ihrer musikalischen Transformation erstmalig gemeinsam ausprobiert hatten.

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