Drogenkonsum im Kunstwerk am Kuhbach

dzLippeverband reagiert

Der Lippeverband mauert die offenen Röhren des Kunstwerkes „Wasser, Erde, Luft“ am Kuhbach zu. Damit reagiert der Verband darauf, dass in den Rohren harte Drogen konsumiert werden.

Bergkamen

, 16.10.2018, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darauf hätten Anwohner den Lippeverband in den vergangenen Monaten aufmerksam gemacht, berichtet dessen Pressesprecherin Anne-Kathrin Lappe. „Und wir reden hier nicht nur über ein paar Joints.“ Vielmehr seien gebrauchte Spritzen gefunden worden. Da auch spielende Kinder in die Röhren klettern, habe sich der Verband entschlossen, sie aus Sicherheitsgründen zuzumauern.

Der Pressesprecher der Kreispolizei Unna, Thomas Röwekamp bestätigte auf Nachfrage, dass das Bergkamener Kunstwerk als Ort des Drogenkonsums bekannt sei. Eine offene Drogenszene in dem Sinne, dass dort auch regelmäßig mit Rauschgift gehandelt werde, existiere nach den Erkenntnissen der Polizei aber nicht.

Gleichwohl wolle der Lippeverband auf Nummer sicher gehen, sagte Lappe. Auch wenn sie bedauere, dass auf diese Weise das Kunstwerk verändert werden müsse. „Wasser, Erde, Luft“ stammt von der in diesem Sommer verstorbenen Bergkamener Künstlerin Gisela Schmidt. Sie hatte sich damit 2004 an der Aktion „Ein Ufer für die Kunst beteiligt“. Gemeinsam mit drei Schulklassen hatte Schmidt die drei großen Abwasserrohre farbig bemalt. Allerdings fiel das Kunstwerk im Lauf der Jahre Vandalen zum Opfer, die es beschmierten und besprühten.

Im Sommer vor drei Jahren bekam „Wasser, Erde, Luft“ ein ganz neues Aussehen. Der Künstler Gianni Foitzik gestaltete es komplett neu – natürlich mit Erlaubnis und in Absprache mit Gisela Schmidt. In Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule veranstaltete Foitzik einen Workshop mit Jugendlichen aus Bergkamen und der polnischen Partnerstadt Wieliczka. Sie sprühten unter anderem einen Hirsch, einen Adler und einen Hai auf die Röhren. Nachdem auch diese Kunstwerke von Vandalen beschmiert wurden, reinigte Foitzik es erneut.

Gegen die Drogenkonsumenten allerdings helfen die legalen Graffiti auch nichts. Deshalb entschloss sich der Lippeverband zu der Lösung, die offenen Enden der Rohrskulptur mit Mauersteinen zu verschließen. Wenn die Maurer ihr Werk vollendet haben, sollen die Steine ebenfalls künstlerisch gestaltet werden. Wie das Ganze aussehen soll, sei noch nicht klar, sagt Lappe. Aber der Lippeverband habe schon eine Idee, welchen Künstler er mit dieser Arbeit beauftragen könne: „Wir werden Kontakt zu Gianni Foitzik aufnehmen.“

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