Drei Routen fürs schnelle Radeln durch Bergkamen

dzKreis prüft Alternativen

Der Radschnellweg RS 1 sollte eigentlich über die Klöcknerbahntrasse verlaufen. Der Kreis prüft allerdings auch in Bergkamen Alternativen.

Bergkamen

, 23.11.2018, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher schien es immer eine ausgemachte Sache zu sein, dass der Radschnellweg RS 1 auf seinem Weg durch Bergkamen über die Klöcknerbahntrasse führt. Jetzt hat der Kreis Unna auch Alternativen vorgelegt – zwei Trassen, von denen die eine statt im Osten im Westen um Bergkamen-Mitte herumführt und eine weitere, die direkt parallel zur B 233 verläuft und die möglicherweise statt am Kanal entlang nach Hamm über Werne und dort parallel zur Lippe führt. Der Kreis sei gezwungen, auch Alternativrouten zu prüfen, erläutert Klaus-Peter Dürholt, Verkehrsplaner beim Kreis Unna. Der Hintergrund ist rechtlicher Natur: Der Radschnellweg muss zur Genehmigung ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen. Dazu gehört auch ein Linienbestimmungsverfahren. Und dabei reicht es nicht, nur eine Variante zu prüfen.

Drei Routen fürs schnelle Radeln durch Bergkamen

Der Kreis Unna prüft, wo der Radschnellweg RS 1 verlaufen könnte. Die blaue Linie ist in Bergkamen und Kamen der Verlauf über die Klöcknerbahntrasse, die rote entlang der B 233 udn die grünen sind Alternativrouten näher an den Siedlungsbereichen.

Umweltverträglicher oder näher an Siedlungsbereichen

Bei den beiden alternativen Routen geht es unter anderem darum, zu prüfen, ob es eine umweltverträglichere Variante gibt als den Klöcknerbahnweg. Für den Radschnellweg, der eine Breite von insgesamt sechseinhalb Metern haben soll – zwei Meter Radweg und zweieinhalb Meter begleitender Fußweg – müssten entlang der ehemaligen Bahntrasse auch Bäume und Büsche weichen. Dürholt glaubt allerdings, dass sich der Eingriff in die Natur ausgleichen lässt. Die Bahntrasse, auf der bereits ein Radwanderweg des Regionalverbands Ruhr (RVR) verläuft, hat aber auch noch andere Nachteile. In Bergkamen beispielsweise verläuft sie relativ weit vom Stadtzentrum entfernt. Deshalb habe der Kreis eine Linienführung näher an den Siedlungsbereichen geprüft und ist dabei auch auf einen Trassenverlauf gekommen, der unter anderem an der Töddinghauser Straße entlang in Süd-Nord-Richtung durch das Bergkamener Stadtgebiet verläuft.

Auch die alternativen Trassenverläufe würden Probleme machen, sagt Dürholt. Unter anderem gebe es an vielen Stellen keinen Platz für Straße und Radschnellweg. Schon in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses für Kreisentwicklung und Mobilität hatte Dürholt verdeutlicht, dass die Kreisverwaltung bei der Suche nach Alternativen immer wieder auf Engpässe gestoßen sei, die mehr Probleme machen als die ursprüngliche Trassenführung aus der ersten Machbarkeitsstudie. Für die Klöcknerbahntrasse spricht außerdem, dass sie auf relativ kurzem Wege und separat von Straßen für den Autoverkehr durch Bergkamen und Kamen führt.

Der Verkehrsplaner wollte sich zwar noch nicht auf eine Trasse festlegen. Das sei Sache des Linienbestimmungsverfahrens, sagte er. Es ist jedoch offenbar davon auszugehen, dass sich an den ursprünglichen Plänen, den RS 1 über die Klöcknerbahntrasse zu führen nicht mehr allzuviel ändern wird.

Grundstückszukäufe sind allerdings auch dort notwendig, was den Bau des RS 1 in die Länge zieht. Eine Prognose, wann er fertig sein könnte, gibt es bisher nicht. Das Interesse an der schnellen Verbindung für Radler aber wird noch steigen, ist sich auch Dürholt sicher – denn die Zahl der Pedelecs nimmt rasant zu.

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