Drei Möglichkeiten wie die Bahn nach Bergkamen kommt – oder die Bergkamener zur Bahn

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Zurzeit rollen wieder Personenzüge durch Bergkamen. Das beweist, dass das möglich ist – aber ein sinnvoller Anschluss an die Bahn könnte für die Stadt auch ganz anders aussehen.

Bergkamen

, 13.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt fahren sie wieder, die Personenzüge auf der Hamm-Osterfelder Bahn durch Bergkamen. Da die Personenstrecke von Dortmund nach Hamm über Kamen für einige Wochen gesperrt ist, werden der Regionalexpress RE3 und die Züge im Fernverkehr wie der ICE über die Hamm-Osterfelder Bahn umgeleitet.

Für die Stadt Bergkamen ist das der erneute Beweis, dass sich auf der Güterverkehrsstrecke auch Personenverkehr unterbringen lässt – anders als die Bahn lange Zeit behauptet hatte.

Mehr bedeutet das aber nicht mehr, wie der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer deutlich macht. Die Anbindung von Bergkamen an den Personenverkehr über die Hamm-Osterfelder Bahn ist mittlerweile nur noch eine von mehreren Möglichkeiten, die der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mit Sitz in Unna untersucht.

Hamm-Osterfelder Bahn zum Teil weit weg von Siedlungen

Die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Hamm-Osterfelder Bahn hat einen Nachteil: Sie führt zwar mitten durch das Stadtgebiet aber an vielen Siedlungsbereichen in größerer Entfernung vorbei.

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Eine entscheidende Frage beim Bahnanschluss ist, wie sich die Bahn näher zu den Bergkamenern bringen lässt, sagte auch Pressesprecher Uli Behle vom NWL. Der Zweckverband untersucht mehrere Möglichkeiten, wie sich Bergkamen besser an die Bahn anbinden lässt.

Dazu gehört neben einer Anbindung über die Hamm-Osterfelder Bahn auch eine Anbindung an den Kamener Bahnhof über ein neues Gleis, das parallel zur Klöcknerbahn-Trasse verlegt werden könnte.

Die VKU hat die Anbindung mit dem Bus an den Bahnhof in Kamen verbessert. Der NWL untersucht, ob auch eine besser Verbindung zum Hauptbahnhof Hamm sinnvoll ist. Bisher müssen Bergkamener in Herringen umsteigen.

Die VKU hat die Anbindung mit dem Bus an den Bahnhof in Kamen verbessert. Der NWL untersucht, ob auch eine besser Verbindung zum Hauptbahnhof Hamm sinnvoll ist. Bisher müssen Bergkamener in Herringen umsteigen. © Stefan Milk

Bessere Busverbindung zum Hauptbahnhof Hamm

Die dritte Möglichkeit wäre eine Lösung ganz ohne eigenen Bahnhof in Bergkamen. Der NWL untersucht auch eine bessere Busanbindung der Stadt an die Bahn. Das könnte sich nicht nur wie bisher auf den Bahnhof in Kamen beschränken. Es geht auch um eine durchgehende Buslinie zum Bahnhof Hamm, wo die Bergkamener direkten Anschluss an den überregionalen Bahnverkehr hätten – zum Beispiel an den ICE nach Berlin. Bisher müssen Bergkamener in Herringen in einen Hammer Bus umsteigen, um zum Bahnhof zu kommen.

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Zwischenergebnis im kommenden Jahr

Beele rechnet für das kommende Jahr mit ersten Ergebnissen. Dann dürfte klar sein, ob eine Bahnanbindung von Bergkamen wirtschaftlich ist.

Zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 soll es übrigens auf jeden Fall für etwa ein Jahr eine Bahnanbindung über die Hamm-Osterfelder Bahn geben: Mit einem provisorischen Haltepunkt im Bereich Wasserstadt/Halde.

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