Doppel-Vergewaltigung: Angeklagter benennt angebliche Entlastungszeugen

dzLandgericht Dortmund

Ein 25-jähriger soll in Bergkamen und Kamen zwei Frauen vergewaltigt haben. Sein Verteidiger Marco Ostmeyer hat Zweifel an der Darstellung der mutmaßlichen Opfer - und benennt Zeugen.

Bergkamen, Kamen

, 04.03.2020, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Prozess um die Vergewaltigung von zwei Frauen in Bergkamen und Kamen im Sommer 2019 könnten mehrere Zeugen dabei helfen, den Angeklagten zu entlasten. Marco Ostmeyer, der Verteidiger des 25-Jährigen, verlas am Mittwoch einen Beweisantrag. Und sowohl die Richter als auch die Staatsanwältin erklärten sich sofort bereit, den darin gemachten Angaben auf den Grund zu gehen.

Wie berichtet wird dem Angeklagten vorgeworfen, im August zunächst eine Jugendliche in einem Gebüsch am Koppelteich in Kamen vergewaltigt zu haben. Wenige Tage später sei es dann zu einem weiteren sexuellen Übergriff auf eine 21-jährige Frau im Bergkamener Stadtteil Overberge gekommen. Auch dieses mutmaßliche Opfer soll der Angeklagte mit dem Tode bedroht haben.

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Gemeinsame Silvesterfeier im Unikum

Die Frage ist nur: Stimmt das auch? Angeblich hat eine der beiden Betroffenen zuletzt ganz andere Angaben gemacht. Während sie im „Unikum“ Silvester feierte, soll die junge Frau von der Ex-Partnerin des Angeklagten angesprochen worden sein. „Wie war das damals? Bist du wirklich vergewaltigt worden“, will die Ex gefragt haben. Und die Antwort lautete angeblich: „Nein, eine Vergewaltigung war das eigentlich nicht.“

Genau das wollen während der Feier noch zwei weitere Zeugen von dem mutmaßlichen Vergewaltigungs-Opfer gehört haben. Deshalb sollen sie nun vom Gericht befragt werden. Weil zum gleichen Termin auch noch einmal die Frau geladen werden soll, die so schwere Anschuldigungen gegen den 25-Jährigen erhebt, könnte es im Gericht zu einer brisanten Begegnung kommen.

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Angeklagter ist wegen Vergewaltigung vorbestraft

Unterdessen ist aber auch klar, dass sexuelle Übergriffe dem Angeklagten zumindest nicht wesensfremd wären. Bereits im Jahr 2012 ist er wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verhängten die Richter damals.

In Coesfeld hatte der Angeklagte seinerzeit eine 14-Jährige in deren Wohnung besucht und dann so lange gewartet, bis deren Eltern und Geschwister aus dem Haus waren. Dann hatte er die Schülerin gegen deren Willen aufs Bett gedrückt und mit großer Brutalität vergewaltigt.

Und schlimmer noch: Nach der Tat drohte der Angeklagte dem Mädchen, er würde es umbringen, wenn sie bei der Polizei seinen Namen nennt. Dann hatte er sie blutend und nackt an den Wohnzimmertisch gefesselt und mit einem T-Shirt geknebelt. Nachdem er das Haus nach Wertgegenständen durchsucht hatte, war er geflüchtet.

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