Dieses Kunstobjekt stellt der Bergkamener Bildhauer Wolfgang Kerak in Kürze an prominenter Stelle aus. © Stefan Milk
Öffentliche Kunst

Dieses Kunstwerk steht bald am Bergkamener Rathaus

Der überdimensionale Motorradhelm am Rathaus hat durchaus Aufsehen erregt. Im neuen Jahr soll dort wieder Kunst gezeigt werden. Diesmal stammt das Werk von einem Bergkamener.

Der riesige Motorradhelm, der sich bis vor wenigen Wochen vor dem Rathaus befand, hat viele Diskussionen darüber ausgelöst, ob das nun Kunst ist. Derzeit steht dort ein weniger umstrittenes Objekt: ein Weihnachtsbaum. Doch wenn Weihnachten vorbei ist, soll wieder Kunst ans Rathaus kommen.

Das Kunstwerk, das dort zumindest zeitweilig seinen Platz finden wird, existiert bereits. Es steht derzeit im Garten seines Schöpfers, des Weddinghofer Steinmetzes Wolfang Kerak. Er hat es eigentlich gar nicht speziell für das Rathaus geschaffen. Aber er gehört zu Künstlergruppe kunstwerkstatt sohle 1.

Die Schmetterlinge aus Plexiglas stehen im Zentrum von Wolfgang Keraks Skulptur. © Stefan Milk © Stefan Milk

„Wir sind vom Kulturreferat gefragt worden, ob wir ein geeignetes Werk für das Rathaus zu Verfügung stellen können“, berichtet Kerak. Da fiel ihm eine Arbeit ein, die er im Lauf des Jahres geschaffen hat.

Stelen aus Sandstein, Schmetterlinge aus Plexiglas

Sie besteht aus zwei Stelen aus grob gehauenem Ibbenbürener Sandstein. Dazwischen befindet sich eine Plexiglasscheibe, aus der Kerak Schmetterlingsformen herausgeschnitten hat. Die Flügel sind durchsichtig, die Körper der Plexiglas-Falter vergoldet. Das ganze Werk ist etwa 1,80 Meter hoch. Da stellt sich die Frage, ob es vor den ziemlich massiven Bauten von Rathaus und Ratstrakt nicht untergeht. Kerak sieht diese Gefahr nicht: Er hat eine Beleuchtung installiert, die das Werk von unten anstrahlt.

Damit passt es gut in die Bergkamener Lichtkunst-Tradition. Das ist ein weiterer Grund, warum Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel die Kerak-Skulptur als geeignet für den Rathaus-Standort hält. Und es passt auch gut in die Corona-Zeit. Einen Titel hat Kerak seiner Arbeit zwar noch nicht gegeben: „Aber es hat etwas mit Hoffnung zu tun.“

Der Künstler transportiert sein Werk selbst zum Rathaus

Kerak will den Transport seines Werkes zum Rathaus selbst übernehmen. Aller Voraussicht nach wird er es Anfang des neuen Jahres dort aufstellen. Die Weihnachtsbeleuchtung soll Rathaus und Ratstrakt bis zum 28. Dezember zieren, danach ist dort wieder Platz.

Dieser überdimensionale Motorradhelm des Künstlers Achim Riethmann stand bis Anfang November vor dem Rathaus. © Stefan Milk © Stefan Milk

Irgendwann muss Kerak seine Arbeit am Rathaus auch wieder abholen. Schmidt-Apel hat vor, an dem Standort wechselnde Kunstwerke zu zeigen. Nach Kerak soll eine auswärtige Künstlerin oder ein auswärtiger Künstler an der Reihe sein. Aber auch die Künstler-Gruppe „sohle 1“ wird sicherlich noch einmal Gelegenheit haben, sich am Rathaus zu präsentieren, meint Kerak: „Wir haben ja einige Mitglieder, die Skulpturen machen.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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