Auf dem Lichtermarkt haben sich Zehntausende Menschen amüsiert. Dabei konnten sie sich sicher fühlen. Und das liegt auch am Engagement von DRK-Einsatzleiter Jan Wiemhoff und seinen Sanitätern.

Bergkamen

, 26.10.2019, 15:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für eine 14-Jährige führt der Besuch auf dem Lichtermarkt ins Behandlungszelt des Deutschen Roten Kreuzes. „Ihr ist schwindelig geworden“, berichtet die Mutter, während sich die Helferinnen und Helfer des DRK um die Tochter auf der Behandlungsliege kümmern und den Blutdruck messen. Als die Jugendliche eine Cola trinkt, um den Kreislauf auf Touren zu bringen, kann sie schon wieder lachen.

Diese Frauen und Männer helfen Lichtermarkt-Besuchern in Not

Jories Sauerland (r.) und Bernd Marten im DRK-Behandlungszelt. Dort können sie all das leisten, was in einer Notaufnahme im Krankhaus möglich ist. © Stefan Milk


Das Zelt ist ausgestattet wie eine Notaufnahme

In dem Zelt, das die Rot-Kreuzler vor der Elisabeth-Kirche aufgebaut haben, sind sie aber auch für weitaus gravierendere Fälle gerüstet. „Wir können hier im Prinzip alles machen, was in einer Notaufnahme im Krankenhaus möglich ist“, sagt Jan Wiemhoff. Er ist an diesem Abend Einsatzleiter des Bergkamener DRK-Sanitätsdienstes. Dessen Behandlungszelt ist so gut ausgestattet, dass dort sogar Notfall-Narkosen und Intubationen möglich sind. Solche lebensrettenden Maßnahmen müssen die Helfer bei diesem Lichtermarkt zum Glück nicht ergreifen. „Es war alles in allem ein ruhiger Abend“, bilanziert Rotkreuz-Leiter Christian Thomé am Morgen nach dem Einsatz, der mit dem Abbau bis gegen 2.30 Uhr gedauert hat.

Diese Frauen und Männer helfen Lichtermarkt-Besuchern in Not

Jan Wiemhoff arbeitet hauptberuflich im Rettungsdienst. Die Einsatzleitung des DRK beim Lichtermarkt übernimmt er aber in seiner Freizeit. © Stefan Milk


DRK und Feuerwehr engagieren sich ehrenamtlich

Aber wenn auf dem Stadtmarkt um die 20.000 Menschen zusammenkommen, kann immer was passieren. Deshalb ist beim Lichtermarkt nicht nur die Freiwillige Feuerwehr mit einem Großaufgebot im Einsatz, sondern auch das DRK steht bereit. Ohne diese ehrenamtlichen Helfer wäre so eine Großveranstaltung nicht möglich. Wiemhoff dirigiert an diesem Abend insgesamt 23 DRK-Leute. Dazu gehören auch DRK-Helfer, die noch in der Ausbildung sind und beim Großeinsatz auf dem Lichtermarkt Erfahrungen sammeln sollen. Auf dem Stadtmarkt sind 18 ausgebildete Sanitäter unterwegs. Viele von ihnen sind auch hauptberuflich im Rettungsdienst tätig. So wie Wiemhoff selbst. „Ich bin als Schulsanitäter ins Ehrenamt zum DRK gekommen und habe es dann zum Beruf gemacht“, berichtet er. Aber den Einsatz auf dem Lichtermarkt absolviert er wie alle anderen DRK-Helfer in seiner Freizeit.

Jetzt lesen

Die Sanitäter sind immer zu zweit unterwegs

Die Sanitäter sind bei ihren Gängen über den Markt stets zu zweit. „Wir bemühen uns, dass immer eine Frau und ein Mann ein Team bilden“, sagt Wiemhoff. Das soll nicht nur den Patienten beiderlei Geschlechts dienen, sondern auch dem Selbstschutz: Die DRK-Leitung hat die Erfahrung gemacht, dass Sanitäterinnen von Veranstaltungsbesuchern schon mal angegangen werden. Auf dem Lichtermarkt bleibt ihnen diese Erfahrung aber erspart. Einer der beiden Sanitäter in einem Team muss den Sanitätsrucksack tragen. Der wiegt 15 bis 20 Kilogramm und enthält alles, was man braucht, um einen Menschen zu retten. Denn wenn akute Lebensgefahr besteht, reicht die Zeit oft nicht, um den Patienten erst ins Zelt zu bringen, die Sanitäter behandeln ihn an Ort und Stelle. Auf dem Lichtermarkt kommt es zum Glück nicht zu solchen Notfalleinsätzen. Wiemhoff und seine Leute müssen sich vor allem um kleinere Blessuren kümmern. Zuweilen können die DRKler auch ganz einfach helfen, berichtet der Einsatzleiter: „Manchmal fragen uns die Leute, wo die Toiletten sind.“

Diese Frauen und Männer helfen Lichtermarkt-Besuchern in Not

Da ist alles drin, was man braucht, um einen Menschen zu retten: Justin Tamme zeigt den Inhalt eines Sanitätsrucksacks © Johannes Brüne


Ehrenamtliche Helfer

Das DRK im Internet


Ein Rettungsawagen bringt Patienten ins Krankenhaus

Immerhin zwei Mal müssen Lichtermarktbesucher dann doch zur Vorsicht ins Krankenhaus gebracht werden. Auch dafür ist das DRK gerüstet. Neben dem DRK-Zelt an der Kirche steht ein Rettungswagen, der in solchen Fällen losfährt. Auch auf der anderen Seite des Stadtmarktes, an der Ebertstraße, parkt ein DRK-Fahrzeug. Der Krankentransportwagen ist allerdings nicht für Fahrten vorgesehen, sondern als weiterer Behandlungsort, der ähnlich gut ausgestattet ist wie das Zelt. Bei dem Gedränge auf dem Markt ist es zuweilen schwierig, Patienten zum temporären DRK-Quartier neben der Kirche zu bringen, deshalb empfiehlt sich ein zweiter Standort.

Diese Frauen und Männer helfen Lichtermarkt-Besuchern in Not

Sandra Wiemhoff zeigt Deniz (5, l.) und Mihan (8) das Innere des Krankentransportwagens © Johannes Brüne


Zwei Jungen besichtigen den Krankentransporter

Hier halten Sandra Wiemhoff und Justin Temme die Stellung. Sie kümmern sich unter anderem um Miyan (8) und Deniz (5), die mit ihrem Vater zu dem DRK-Wagen kommen. Die beiden Jungs sind weder verletzt noch krank, aber neugierig. Wiemhoff und Temme holen sie ins Innere des Transporters und erklären ihnen die Sanitätsausrüstung. Dann dürfen die Brüder in der Fahrerkabine Platz nehmen und einer der Sanitäter schaltet das Blaulicht an. Die beiden Kinder erleben etwas, was für sie alle Attraktionen des Lichtermarktes in den Schatten stellt. Und der Sanitätsdienst des DRK Bergkamen hat zwei neue Fans gewonnen.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen