Tricks gegen Diebstahl auf dem Weihnachtsmarkt: Ein Geheimfach im Rucksack taugt nichts

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Auf den Weihnachtsmärkten in Bergkamen ist viel los. Das macht sie zum Paradies für Taschendiebe. Seniorenberater geben Tipps, die sich einfach umsetzen lassen und viel bewirken.

Bergkamen

, 02.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf dem Weihnachtsmarkt in Overberge mit einem Rucksack an Johannes Fahling vorbeilief, wurde freundlich gefragt: „Haben Sie viel Geld in Ihrem Rucksack?“ Angesprochene, die zunächst verwirrt waren, erkannten schnell, worum es Fahling ging. Er ist Seniorenberater der Kreispolizeibehörde Unna und beriet gemeinsam mit Marlies Fahling und Reinhard Dieckmann die Besucher des Weihnachtsmarktes.

Gerade gegen Nachmittag, als es sich in den Klassenräumen der Grundschule immer mehr füllte, stieg die Gefahr, bestohlen zu werden. Auch ein Geheimfach direkt am Rücken, das im ersten Moment nicht so leicht zu erreichen scheint, sei kein guter Ort, um Wertgegenstände aufzubewahren. Diebe könnten Taschen mit einem Messer leicht öffnen, erklärt Fahling. „Wertgegenstände sollten nah am Körper getragen werden“, weiß er.

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Beim Weihnachtsmarktbesuch nur das Nötigste mitnehmen

Besonders Rucksäcke sind für Diebe leichte Beute. Der Träger sieht schließlich nicht, was hinter ihm passiert. Wer in seinem Rucksack wichtiges aufbewahrt, sollte den Rucksack vorne tragen – oder von vornherein keine Wertsachen hineinpacken.

Das weiß auch Seniorenberaterin Marlies Fahling, die gerne mit dem Rucksack loszieht. „Da ist nichts Wertvolles drin“, sagt sie. Auf Massenveranstaltungen wie Weihnachtsmärkten bringt sie nur das Nötigste mit und trägt das dann nah am Körper. Was sie unterwegs nicht braucht, bleibt zu Hause.

Die Seniorenberater informierten nicht nur Besucher des Weihnachtsmarktes in Overberge, sondern werden auch am 14. und 15. Dezember auf dem Markt vor und im Stadtmuseum ihren Stand aufbauen. Auf dem liegen allerhand Flyer aus und auch ein praktisches Hilfsmittel, das Handtaschendiebe in die Flucht treibt: sogenannte „Mobilalarme“.

Tricks gegen Diebstahl auf dem Weihnachtsmarkt: Ein Geheimfach im Rucksack taugt nichts

Die Seniorenberater Marlies und Johannes Fahling (l.) sowie Reinhard Dieckmann beraten auf Bergkamener Weihnachtsmärkten, wie man sich vor Taschendieben schützt. Vor allem im Gedränge ist die Gefahr groß, unbemerkt Opfer eines Diebstahls zu werden. © Claudia Pott

Das sind kleine Geräte, an denen einen lange Schlaufe hängt. Wird an der Schlaufe gezogen, ertönt ein lauter Alarm und das Gerät entsendet einen hellen Blitz. Das Gerät wird einfach in die Handtasche gelegt, die Schlaufe ums das Handgelenk gebunden oder am Gürtel befestigt. Wer die Tasche entreißen will, betätigt automatisch den Alarm – und alle bekommen mit, was gerade vor sich geht.

Solche Alarmgeräte gebe es bei der Polizeiwache in Kamen, sagt Johannes Fahling.

Auf dem Weihnachtsmarkt stellten die Seniorenberater ein weiteres Helferlein vor: eine Schutzhülle für NFC Kreditkarten. Das sind Bankkarten, mit denen man kontaktlos bezahlen kann. „Mittlerweile können Diebe im Vorbeigehen ein Gerät an die Tasche halten und haben direkt alle Daten“, sagt Marlies Fahling. Eine Schützhülle verhindert so etwas.

Wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist

Der Flyer „Schlauer gegen Klauer“, den die Berater verteilen, erklärt nicht nur, wie man sich vor einem Diebstahl schützt. Darin steht auch, was zu tun ist, wenn es schon zum Diebstahl gekommen ist. Die Polizei rät, andere Personen auf den Dieb aufmerksam zu machen, wenn man ihn rechtzeitig bemerkt hat und sich Tätermerkmale einzuprägen.

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Geklaute Karten sollten zudem sofort gesperrt werden. Deshalb ist es wichtig, die Telefonnummer zum Sperren seiner Bankkarten zu kennen. Die Nummer des Allgemeinen Sperrrufs lautet Tel. 116 116. Auch die Polizei soll direkt informiert werden. Sie kann Debitkarten, mit denen man auch ohne Pin-Nummer bezahlen kann, sperren.

Weitere Tipps und die Tricks, die Diebe anwenden, gibt es auf der Internetseite www.polizei-beratung.de. Wer die Ratschläge befolgt, der wird sicherlich eine Weihnachtszeit erleben, wie sie sein sollte: ruhig und besinnlich.

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