Das Naturfreibad in Heil erfreut sich einer großen Beliebtheit, viele Menschen blicken erwartungsvoll dem Start in die neue Saison entgegen. Es könnte allerdings die letzte sein.

Heil

, 02.05.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Saisonvorbereitung im Naturfreibad Heil haben Friedrich-Karl und Brigitte Knäpper weitgehend abgeschlossen. Sobald das Wetter besser wird und die Wassertemperaturen steigen, können sich die Badegäste in dem Altarm der Lippe vergnügen. Womöglich erlebt die beliebte Freizeiteinrichtung aber seine letzte Saison. Nach diesem Sommer will sich das Ehepaar Knäpper zurückziehen. Und ob es Nachfolger gibt, die sich ab 2020 ehrenamtlich um das Bad kümmern werden, ist völlig offen.

Die Zukunft des Naturfreibades steht auf der Kippe

Das Naturfreibad ist weit über die Bergkamener Stadtgrenzen hinaus beliebt. © Stefan Milk



Zukunft des Naturfreibades

Öffentliche Versammlung

Die öffentliche Versammlung, bei der der Schwimmverein Heil über die Zukunft des Naturfreibades beraten will, ist für Donnerstag, 9. Mai. geplant. Sie beginnt um 19 Uhr im Vereinsheim Heil an der Nördlichen Lippestraße hinter dem Feuerwehrgerätehaus

Einladung an die Heiler Bürger

Die Knäppers haben deshalb die Heiler Bürger für Donnerstag, 9. Mai, zu einer Versammlung eingeladen, um über die Zukunft des Bades zu beraten.

Die Heiler Ortsvorsteherin Rosemarie Degenhardt ist eher pessimistisch, dass sich dort jemand findet, der künftig die Aufgaben der Knäppers übernehmen will: „Und wenn das Bad schließt, wäre das eine Katastrophe für Bergkamen“, meint sie. Auch der Rathausspitze müssten die düsteren Zukunftsperspektiven für das Naturbad nicht gefallen. Denn das Wellenbad in Weddinghofen, ein Freibad, fällt demnächst weg, weil es dem Neubau für das geplante Kombi-Bad weichen muss.

Die Zukunft des Naturfreibades steht auf der Kippe

Wenn der nächste Sommer so heiß wird wie der zurückliegende, dann wird es nur selten so beschaulich im Naturfreibad zugehen. © Stefan Milk


Hilfe vom Bauhof

Bürgermeister Roland Schäfer hatte dann auch stets auf das Naturfreibad als Alternative für die Freunde des Open-Air-Badens verwiesen - und dem Schwimmverein auch Unterstützung zugesagt. Die haben die Knäppers und ihre Mitstreiter auch bei der Saisonvorbereitung bekommen. Zum Beispiel, indem Mitarbeiter des Baubetriebshofes Mäh- und Grünschneidearbeiten übernommen haben. Viel mehr ist wohl nicht drin. „Zunächst einmal muss sich der Schwimmverein Heil überlegen, wie die Zukunft des Naturfreibades aussehen soll“, sagt die zuständige Dezernentin Christine Busch, die ebenfalls eine Einladung zu der Versammlung in der nächsten Woche hat.

Die Zukunft des Naturfreibades steht auf der Kippe

Besucher schätzen die idyllische Atmosphäre- © Stefan Milk

Zu wenig junge Mitglieder im Schwimmverein

Busch stellt zwar ebenfalls städtische Hilfe in Aussicht. Wie die konkret aussehen könnte, falls sich niemand findet, der die Aufgaben der Knäppers künftig übernehmen will, ist allerdings ungewiss. Dass die Stadt das Bad in ihre Regie übernimmt, scheint unter den gegebenen Umständen jedenfalls ausgeschlossen.

Friedrich-Karl Knäpper ist zudem skeptisch, dass sich innerhalb des Schwimmvereins genug Freiwillige finden, um den Naturfreibadbetrieb dauerhaft sicherzustellen. „Wir haben zwar ungefähr 100 Mitglieder“, sagt Knäpper. „Aber darunter sind auch viele Kinder.“ Zugleich habe der Verein aber auch Nachwuchs-Sorgen, weil sich im Vorstand fast nur ältere Leute engagieren: „Es gibt gerade einmal zwei jüngere Vorstandsmitglieder“, sagt Knäpper. „Und zu zweit können sie so ein Bad nicht betreiben.“ Knäpper kümmert sich seit 35 Jahren um das Freibad, seine Frau seit 15 Jahren: „Aber jetzt schaffen wir das einfach nicht mehr“, sagt der Schwimmvereinsvorsitzende.

Die Zukunft des Naturfreibades steht auf der Kippe

Friedrich-Karl Knäpper und Brigitte Knäpper sind aus dem Naturfreibad eigentlich nicht wegzudenken. © Stefan Milk


Jetzt lesen

Ausbaupläne des Lippeverbandes

Dabei müsste das Naturfreibad eigentlich eine positive Zukunftsperspektive haben. Der Massenansturm im Hitzesommer des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass es weit über die Bergkamener Stadtgrenzen hinaus beliebt ist. Und eigentlich gab es auch schon konkrete Pläne für einen Ausbau. Eigentlich wollte der Lippeverband die Wasserfläche des Naturfreibades auf rund 6000 Quadratmeter ausbauen. Es war sogar die Rede davon, dort den Drei-Meter-Sprungturm aus dem Wellenbad in Weddinghofen aufzustellen. Allerdings hatte der Lippeverband die zunächst recht konkret klingenden Pläne im vergangenen Jahr mindestens bis 2022 verschoben. Und falls sich niemand finden sollte, der das Bad betreiben will, könnte der Verband den geplanten Ausbau vermutlich völlig zu den Akten legen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Saisonstart in Bergkamen

Die schwarze Null muss stehen, findet der Eishockey-Torwart, der die Eishalle betreibt