Die Zeitzeugen zeigen, wie man Krisen bewältigt

dzNeues Heft

In ihrem neuen Heft erzählen die Bergkamener Zeitzeugen Geschichten von Glück und Leid, von Freude und Schicksalsschlägen, die sie erlebt haben. Die Leser der können daraus einiges lernen.

Bergkamen

, 11.12.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der „Zeitzeugen-Kreis“ aus dem Stadtmuseum in seinen jährlich erscheinenden Heften über historische Ereignisse und Entwicklungen in Bergkamen berichten, ist inzwischen eine gut eingeführte Praxis. So persönlich und autobiographisch wie in ihrer neuen Veröffentlichung haben die Frauen und Männer aber bisher nur selten geschrieben. „Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ ist die 35. Ausgabe des Zeitzeugenheftes betitelt: Es geht um Geschichten von Glück und Leid.

Die Zeitzeugen berichten von Selbsterlebtem

Und die haben die Mitglieder des gemeinsamen Arbeitskreises von Stadtmuseum und Volkshochschule selbst erlebt. So berichten die zwölf Autoren von familiären Ereignissen wie Geburt, Heirat und Tod und den damit verbundenen Ritualen. Die haben sich im Lauf der Zeit natürlich gewandelt. Es gibt dramatische Geschichten vom glücklichen Überleben im Krieg und von glückseeligen Erlebnissen wie dem ersten Kuss. Da die Zeitzeugen naturgemäß nicht mehr die Allerjüngsten sind, enthält das Heft Erinnerungen an die 1940er Jahre und einen nostalgischen Blick auf einen Kirmesbesuch in der Nachkriegszeit.

Die Zeitzeugen zeigen, wie man Krisen bewältigt

Die Zeitzeugen treffen sich regelmäßig im Stadtmuseum © privat

Die Zeitzeugin Helga Böinghoff hat es übernommen, das ganze in einen historischen Kontext einzuordnen: Ihr Beitrag trägt den Titel „Was sich aus politischen und sozialen Veränderungen in 150 Jahren ergab“. Aber auch aus den anderen zum Teil sehr individuellen Erfahrungen der Zeitzeugen lassen sich übergreifende Erkenntnisse ziehen, meint die Leiterin des Arbeitskreises, Gabriele Scholz.

Zeitzeugenheft 35

Verkauf beim Weihnachtsmarkt

Der Zeitzeugenkreis verkauft sein neues Heft am Wochenende 14. und 15. Dezember beim Weihnachtsmarkt am Stadtmuseum in Oberaden. Der hat am Samstag von 14 bis 21 Uhr und am Sonntag von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Das Heft kostet 4,50 Euro. Nach dem Weihnachtsmarkt ist es im Stadtmuseum erhältlich.

Früher gab es wenig Hilfe von außen

Zum Beispiel die, dass die Menschen früher bei Schicksalsschlägen weniger externe Hilfe bekamen. „Man hat einfach weitergelebt“, meint Scholz. Zugleich kamen dem Zusammenhalt von Familie und Freunden größere Bedeutung zu.

Aber noch etwas können die Leser des Heftes lernen, meint Scholz. Nämlich, dass die Zeitzeugen, wie die meisten Menschen, in ihrem Leben Krisen erlebt, aber auch bewältigt haben: „Meist sind sie gestärkt daraus hervorgegangen.“

Deshalb vermittelt das neue Zeitzeugen-Heft, auch wenn darin viele schlimme Momente zu Sprache kommen, letztlich einen optimistischen Blick auf die menschliche Existenz.

Jetzt lesen

Und zuversichtlich blicken die Zeitzeugen auch in das kommende Jahr, in dem sie ihre Arbeit fortsetzen wollen. Dann werden sie sich mit dem Thema „Grenzen“ befassen. Wer sich dafür und für die Arbeit der Zeitzeugen interessiert, ist beim Treffen am Dienstag, 21. Januar, um 14.30 Uhr im Stadtmuseum willkommen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kamen und Bergkamen
Er soll gedroht haben, ihr die Kehle aufzuschlitzen: Erschütternde Details zu Vergewaltigungen
Meistgelesen