Die Wirtschaft ist zufrieden

dzIHK-Gespräch

Stefan Schreiber kommt gerne nach Bergkamen. „In dieser Stadt wird der Strukturwandel gelebt und gestaltet“, sagt der Chef der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund.

Bergkamen

, 30.10.2018, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deshalb hatte die IHK am Dienstagnachmittag zu ihrem Wirtschaftsgespräch an einen Ort eingeladen, den sie als positives Symbol für einen gelungenen Strukturwandel betrachtet: Die ehemalige Bergbauberufsschule, die inzwischen in das Eigentum der Fakt AG übergegangen ist. „Ansonsten wäre sie wohl einer der Orte geworden, die dem Abriss anheimfallen“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. „Abreißen und neubauen kann jeder“, kommentierte das Janina Wrobel von der Fakt AG. Ihr Arbeitgeber hingegen plant ein Ausbildungszentrum samt Internat, an dem Jugendliche ohne Ausbildungsplatz berufsschulreif gemacht werden sollen. Und das sei ja auch ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel.

Den sieht die IHK als das größte Problem der regionalen Wirtschaft an. „Es ist schön, wenn man wächst. Aber es ist nicht so schön, wenn man dann nicht die Leute dafür findet“, sagte Ilka Wagner von der Bergkamener Busemann GmbH, die seit Jahresanfang in der IHK-Vollversammlung sitzt.

Ansonsten verbreiteten die Wirtschaftsvertreter aber fast ausschließlich positive Nachrichten. Zum Beispiel, was die Zahl der Ausbildungsplätze in Bergkamen betrifft. Da habe es in diesem Jahr einen Zuwachs von bisher 135 gegeben, berichtete Hauptgeschäftsführer Schreiber – was die Zahl von 130 neuen Ausbildungsverhältnissen aus dem Vorjahr noch einmal steigere. „In anderen Städten und Regionen geht die Zahl der Ausbildungsplätze zurück.“ Er schätzt, dass in Bergkamen derzeit rund 400 junge Menschen einen IHK-Beruf erlenen – dazu kommen dann noch die Azubis im Handwerk.

Auch sonst entwickelt sich der Arbeitsmarkt positiv. Die Arbeitslosenquote in Bergkamen liegt aktuell bei 8,7 Prozent. Das sei noch zu viel, aber weniger als noch vor einem Jahr, sagte Schäfer.

Die meisten Unternehmen bewerten die Lage ebenfalls positiv. Zumindest haben sie das bei der jüngsten IHK-Umfrage angegeben. Demnach beurteilt jeder zweite Betrieb die laufenden Geschäfte als positiv, 46 Prozent sind zufrieden. Und nur drei Prozent der befragten Unternehmen beschreiben ihre Situation als „schlecht“.

Kritik übte der IHK-Chef am Landes-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) und dessen Pläne für eine Ruhrkonferenz. Dabei berücksichtige er aber viel zu sehr die Interessen der großen Konzerne und vernachlässige den Mittelstand: „Der ist das Herz des Ruhrgebietes.“

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