Die Wege für Radler in Bergkamen sollen sicherer werden – auch entlang der Straßen

dzRad- und Fußverkehr

Die Situation für Radler, die ihr Fahrrad auch für Strecken im Alltag benutzen, soll sich in Bergkamen deutlich verbessern. Bevor sie dafür Geld ausgibt, will die Stadt ein neues Konzept in Auftrag geben.

Bergkamen

, 30.12.2019, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Fahrradfahrer gefragt werden, wie ihr Rad auch auf dem Weg zu Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen nutzen, bekommt die als fahrradfreundlich eingestufte Stadt Bergkamen nicht unbedingt gute Noten. Vor allem die Angebotsstreifen an Hauptverkehrsstraßen sorgen bei vielen Radlern für Unsicherheit, statt Lust aufs Rad zu machen.

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Mehr Geld für den Fahrradverkehr im Haushalt

Das dürfte einer der Gründe sein, warum der Stadtrat im Haushaltsplan für die Jahre 2020 und 2021 deutlich mehr Geld für den Fahrradverkehr zur Verfügung gestellt hat. In den kommenden beiden Jahren stehen 294.000 Euro für die Förderung des Radverkehrs zur Verfügung. Dafür sollen jedoch keine neuen Radwege gebaut werden. Es geht vielmehr darum, die Bedingungen für Fahrradfahrer in der Stadt zu verbessern – vor allem, wenn sie ihr Rad für die ganz alltäglichen Strecken innerhalb der Stadt nutzen und dafür auch auf größeren Straßen unterwegs sind.

Die Wege für Radler in Bergkamen sollen sicherer werden – auch entlang der Straßen

Die Angebotsstreifen an den größeren Straßen in Bergkamen sind vielen Fahrradfahrern zu unsicher. Sie fühlen sich von den Autos bedrängt. © Stefan Milk

Planungsbüro soll Radverkehrskonzept überarbeiten

Investitionen sind aber 2020 noch nicht in großem Umfang geplant. Die Stadt will im neuen Jahr ein Planungsbüro beauftragen, das bisherige Radverkehrskonzept zu verbessern. Dabei soll es vor allem darum gehen, das bereits vorhandene Radverkehrsnetz noch fahrradfreundlicher zu gestalten. Außerdem sollen sich die Planer Gedanken machen, wie Radwege besser entlang der größeren Straßen geführt werden können.

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Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters hatte die bei den meisten Radlern ungeliebten Angebotsstreifen auf der Fahrbahn als Kompromiss bezeichnet. Die Stadt habe sie überall dort eingerichtet, wo es für einen separaten Radweg keinen Platz gibt. Ein Ziel des neuen Radverkehrskonzeptes ist es, die Verkehrssicherheit dieser Radrouten zu verbessern, sagte Kämmerer Marc Alexander Ulrich, der derzeit den Baudezernenten vertritt.

Die Wege für Radler in Bergkamen sollen sicherer werden – auch entlang der Straßen

Auch die Fahrradstation am Rathaus gehört zur Fahrrad-Infrastruktur der Stadt. © Stefan Milk

Umsetzung ab 2021

Das neue Radverkehrskonzept soll Ende 2020 fertig sein. Es soll im Jahr 2021 als Grundlage für die Baumaßnahmen im städtischen Radverkehrsnetz dienen. Dabei soll es übrigens nicht nur um den Radverkehr gehen, sondern auch um Verbesserungen für Fußgänger. Im Rahmen des Fußgänger-Checks, an dem Bergkamen als eine von nur zehn Kommunen in NRW teilnahm, hatte sich gezeigt, dass es auch für Fußgänger viele Probleme gibt.

Die Wege für Radler in Bergkamen sollen sicherer werden – auch entlang der Straßen

Auch die Situation für Fußgänger soll verbessert werden. Dass es auch dort Mängel gibt, zeigte der Fußverkehrs-Check an der Jahnstraße (Bild) und an der Rünther Straße. © Claudia Pott

Maßnahmen auch für den Fußgängerverkehr

Allein an der Rünther Straße und der Jahnstraße, die für den Check ausgewählt waren, war deutlich geworden, dass es einen beträchtlichen Investitionsbedarf gibt. Der Fuß- und Radverkehrsbeauftragte Norman Raupach hatte bereits mitgeteilt, dass die Stadt ihre Erfahrungen aus den beiden Ortsteilen Oberaden und Rünthe auch auf andere Straßen im Stadtgebiet übertragen will.

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Auch Ulrich macht deutlich, dass Bergkamen Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFFS) ist und deshalb genau so viel Wert auf die Förderung des Fußgänger- wie des Fahrradverkehrs legt.

Die Stadt hatte auch bereits angekündigt, dass sie Ideen aus dem Fußgängercheck nach und nach umsetzen will – je nachdem, wann die erforderlichen Mittel verfügbar sind.

Hoffnung auf zusätzliche Fördermittel

Die Stadt hofft übrigens, dass sie die Verbesserungen am Rad- und Fußwegenetz nicht nur aus den eigenen eingeplanten Mitteln bestreiten muss. Sie will auf Grundlage des neuen Fußgänger- und Radverkehrskonzept auch für die eine oder andere Maßnahme zusätzliche Fördermittel vom Land beantragen.

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