Familienzentrum, Suchthilfe und Jobcenter in Weddinghofen teilen die Gulaschkanone und mehr

Kooperation

In Weddinghofen kennt man sich. Das gilt auch und gerade für die professionellen und ehrenamtlichen Helfer. Doch in diesen Tagen knüpfen sie noch enger Kontakte – das hilft ihren Klienten.

Bergkamen

, 05.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Familienzentrum, Suchthilfe und Jobcenter in Weddinghofen teilen die Gulaschkanone und mehr

Wer sich gut kennt, kann besser gemeinsam helfen. Um dieses Motto zu verwirklichen, bekam Andrea Brinkmann von der Erziehungsberatung Besuch von anderen Helfern aus Weddinghofen. © Johannes Brüne

Andrea Brinkmann von der städtischen Erziehungsberatungsstelle hat am Mittwochnachmittag Besuch aus der Nachbarschaft bekommen. Julia Hülsmann schaute vorbei, deren Praxis Ergotherapie genau wie Brinkmanns Büro am Zentrumsplatz liegt. Auch aus dem Jobcenter, das ebenfalls nicht weit entfernt liegt, war jemand gekommen. Es ging nicht etwa um einen Plausch unter Nachbarn, sondern um Kontakte unter Helfern: „Wir haben ja zum Teil die selben Klienten“, sagt Brinkmann.

Die Helfer rufen die „Wochen der Kooperation“ aus

Um denen effektiver unter die Arme zu greifen, arbeiten die diversen Weddinghofer Institutionen schon seit über drei Jahren in der so genannten Sozialraumkonferenz zusammen. Nun haben sie die „Wochen der Kooperation“ ausgerufen, in denen sie sich gegenseitig besuchen, um sich noch besser kennenzulernen. Das sei Grundvoraussetzung dafür, kurze Wege bei der Hilfe einzuschlagen, meint Brinkmann. So weiß sie inzwischen viel genauer über die Angebote des Job-Centers bescheid und kann Ratsuchende, die in die Erziehungsberatungsstelle kommen, zuweilen durch einen einfachen Anruf weitervermitteln. Umgekehrt gilt das genauso.

Brinkmann weiß auch Rat, wenn sich ein Jugendlicher bei ihr meldet, in dessen Familie es ein Alkohol-Problem gibt. Zum Kooperationskreis zählen nicht nur Profis, sondern auch ehrenamtlich Engagierte wie die Suchtselbsthilfeorganisation Blaues Kreuz. Weil auch die Pfalzschule, das Familienzentrum Springmäuse und die Anlaufstelle „Anstoß“ der Streetworker mit im Boot sind, erfahren die Helfer zuweilen auch von Hilfsbedürftigen, die von sich aus vielleicht gar nicht in eine Beratungsstelle gekommen wären.

Man hilft sich auch bei der Veranstaltungskooperation

Allerdings geht es bei der Kooperation der Helfer nicht allein um Krisenfälle, sondern auch darum, gemeinsame Ressourcen zu nutzen. Etwa bei der Organisation von Festen und Veranstaltungen. Nicht jeder müsse alles dafür anschaffen, meint Brinkmann: „Der eine hat eine Gulaschkanone, der andere eine Buttonmaschine“, nennt sie Beispiele.

Diese Zusammenarbeit habe sich beim Kinderfest bewährt, das Stadtjugendring und Friedenskirchengemeinde im September im Wasserpark feierten und an dem sich die Weddinghofer Kooperationspartner zum Teil an gemeinsamen Ständen beteiligten. Darauf aufbauend soll ein Pool gebildet werden, auf den alle Kooperationspartner zurückgreifen können. Und es geht nicht nur um die Gulaschkanone, sagt Brinkmann: „Sondern auch um die Menschen, die mit anpacken.“

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